Kinder in Benin
Kinder in Benin
© Thomas Koehler/photothek.net

Benin

Friedlicher Übergang zur Demokratie

Bis 1990 hat in Benin eine Diktatur geherrscht. Doch das westafrikanische Land schaffte eine Kehrtwende: Ihm gelang ein friedlicher Übergang zur Demokratie. Die politischen Reformen galten als beispielhaft für ganz Afrika.

Die Regierung Benins steht allerdings bis heute vor großen Schwierigkeiten. Bisher ist es zum Beispiel nicht gelungen, die Wirtschaft richtig in Schwung zu bringen. Das wäre sehr wichtig, um die Lebensbedingungen der Bevölkerung spürbar zu verbessern und die Armut zu verringern. Zurzeit sind noch mehr als die Hälfte der Menschen in Benin extrem arm.

Wichtige Einnahmequellen des Landes sind Produkte aus der Landwirtschaft (vor allem Baumwolle) und die Geschäfte in den Häfen des Landes. In der Hafenstadt Cotonou hat sich zum Beispiel der größte Gebrauchtwagenmarkt Westafrikas entwickelt, dorthin werden jeden Monat Tausende Autos verschifft, auch aus Deutschland. In den Häfen Benins werden außerdem viele Waren aus Nigeria, Niger, Burkina Faso und Mali auf Schiffe verladen und nach Asien, Amerika und Europa transportiert.

Das tut Deutschland

Ein Mitarbeiter einer Baumwoll-Entkörnungsfabrik hält einen Korb mit Baumwolle in dem Dorf Bohicon in Benin.
Ein Mitarbeiter einer Baumwoll-Entkörnungsfabrik hält einen Korb mit Baumwolle in dem Dorf Bohicon in Benin.
© Thomas Koehler/photothek.net

Sehr viele Beninerinnen und Beniner arbeiten in der Landwirtschaft. Deutschland unterstützt die Bauernfamilien dabei, die Qualität und die Menge ihrer Produkte zu steigern, damit sie möglichst viele Waren zu einem fairen Preis verkaufen können.

Bisher wird in Benin hauptsächlich Baumwolle angepflanzt. Dadurch ist das Land stark von diesem einen Handelsgut abhängig – wenn die Ernte schlecht ausfällt oder die Weltmarktpreise für Baumwolle sinken, verdienen die Menschen kaum noch Geld.

Abhängigkeit von Baumwolle beenden

Aus Kariténüssen wird ein Pflanzenfett gewonnen, das als Sheabutter oder Karitébutter bezeichnet wird.
© Vitellaria paradoxa MS 6563 von Marco Schmidt[1] - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Vitellaria_paradoxa_MS_6563.JPG#/media/File:Vitellaria_paradoxa_MS_6563.JPG
Kariténüsse

Durch den Anbau anderer Nutzpflanzen soll die Abhängigkeit von Baumwolle beendet werden. Deutsche Experten helfen den Bauern unter anderem dabei, Reis, Gemüse, Cashew- und Kariténüsse anzubauen.

Außerdem sollen in Zukunft möglichst viele Waren im Land selbst weiterverarbeitet werden – so entstehen Arbeitsplätze und die Menschen verdienen mehr Geld.

Aus den Kariténüssen wird zum Beispiel ein sehr gesundes Pflanzenfett gewonnen: die Sheabutter. Sie soll schon im alten Ägypten – zur Zeit von Königin Kleopatra – begehrt gewesen sein und wird in Benin vor allem zum Kochen verwendet. Inzwischen ist Sheabutter auch in Europa und Japan bekannt; dort wird meistens Hautcreme daraus gemacht.

Steckbrief Benin

Lage Westafrika (die Nachbarländer sind Burkina Faso, Niger, Nigeria und Togo)
Einwohner etwa 10,9 Millionen; 42 verschiedene Volksgruppen, davon 40 Prozent Fon, 15 Prozent Adja und 12 Prozent Yoruba
Landessprachen Französisch als Amtssprache, daneben zahlreiche lokale Sprachen
Hauptstadt Porto-Novo, Regierungssitz: Cotonou
Armut etwa 50 Prozent der Menschen leben in extremer Armut
Lebenserwartung 60 Jahre (Deutschland: 81 Jahre)
Bildung Fast 60 Prozent der Menschen in Benin können nicht lesen und schreiben. Seit der Grundschulbesuch kostenlos ist, hat sich die Einschulungsrate deutlich erhöht, sie liegt mittlerweile bei 96 Prozent. Allerdings brechen etwa 20 Prozent aller Kinder die Grundschule vorzeitig ab, vor allem viele Mädchen.
In welchen Bereichen hilft Deutschland?
  • Dezentralisierung/Kommunalentwicklung,
  • Landwirtschaft,
  • Trinkwasser- und Sanitärversorgung

Ausführliche Informationen findet ihr auf der Seite www.bmz.de/benin

Karte von Benin. Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.
Karte von Benin. Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.
© BMZ

Gut zu wissen

Frauen in Benin tragen Waren auf dem Kopf
Frauen in Benin tragen Waren auf dem Kopf
© Thomas Koehler/photothek.net

Benin liegt in Westafrika und ist ein für afrikanische Verhältnisse relativ kleines Land – Deutschland ist ungefähr dreimal so groß.

In Benin gibt es sehr viele Kinder und junge Leute, fast zwei Drittel der Menschen dort sind jünger als 25. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung liegt darum bei nur 18 Jahren. Zum Vergleich: In Deutschland ist das Durchschnittsalter 44 Jahre.

In Cotonou gibt es mehr als 50.000 Moped-Taxis. Sie heißen "Zemidjans", in der Sprache Fon bedeutet dieses Wort "Bring mich schnell ans Ziel". Die Fahrer kann man an ihren gelben T-Shirts erkennen. Sie nehmen auf ihren Motorrädern auch mehrere Personen mit – manchmal sogar ganze Familien.

In Benin leben noch heute viele Familien in festungsartigen Lehmburgen, den Tata Somba. Die Bevölkerung hat diese Bauweise vor langer Zeit entwickelt, um sich vor wilden Tieren und später auch vor Sklavenjägern zu schützen.