Das ehemalige Bundeskanzleramt in Bonn, heute Dienstsitz des BMZ, in Abendstimmung mit der Plastik "Large two forms" von Henry Moore
Das ehemalige Bundeskanzleramt in Bonn, heute Dienstsitz des BMZ, in Abendstimmung mit der Plastik "Large two forms" von Henry Moore
© Ute Grabowsky/photothek.net

BMZ

Was ist ein Ministerium?

Ein Ministerium zählt zu den obersten staatlichen Einrichtungen eines Landes. Es wird von einer Ministerin oder einem Minister geleitet und hat einen festgelegten Aufgabenbereich (zum Beispiel Gesundheit, Bildung, Justiz).

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ministerien unterstützen die Ministerinnen oder Minister bei der Erfüllung ihrer politischen Aufgaben, also beispielsweise bei der Formulierung von Gesetzen und politischen Leitlinien.

Außerdem sorgen sie dafür, dass diese Vorgaben korrekt erfüllt werden. Dazu gibt es in Ministerien verschiedene Abteilungen und untergeordnete Behörden (zum Beispiel Forschungsinstitute, Schulämter, Polizei).

In Deutschland gibt es Ministerien in den einzelnen Bundesländern und sogenannte Bundesministerien, die für die gesamte Bundesrepublik zuständig sind. Die Bundesminister bilden gemeinsam mit der Bundeskanzlerin oder dem Bundeskanzler die Bundesregierung.

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ)

Gebäude des BMZ in Berlin
© Michael Gottschalk/photothek.net
Gebäude des BMZ in Berlin

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wird oft einfach nur Bundesentwicklungsministerium, Entwicklungsministerium oder BMZ genannt.

Es wird von Bundesminister Gerd Müller geleitet. Er wird durch drei Staatssekretäre unterstützt, die bestimmte Aufgaben übernehmen und ihn vertreten.

Das BMZ plant die deutsche Entwicklungspolitik und legt die Richtlinien dafür fest. Es bestimmt zum Beispiel darüber, mit welchen Ländern und Organisationen Deutschland zusammenarbeitet und auf welche Arbeitsfelder sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit besonders konzentriert.

Das BMZ setzt sich dabei zum Beispiel für die Beseitigung des Hungers in der Welt, für Bildung und Gesundheit, Frieden und Freiheit, die Bewahrung unserer Umwelt und für die Menschenrechte ein. Kurz gesagt geht es im BMZ um Themen, die für die Zukunft der Menschheit wichtig sind.

Zusammenarbeit mit Partnern

Zwei Stipendiaten einer deutschen Ausbildungsinitiative in Kenia
Zwei Stipendiaten einer deutschen Ausbildungsinitiative in Kenia
© Ute Grabowsky/photothek.net

Die Probleme, für die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im BMZ Lösungen suchen, können nicht von Deutschland allein und nicht von heute auf morgen gelöst werden.

Deutschland arbeitet darum bei seiner Entwicklungspolitik eng mit den Entwicklungsländern und mit anderen Industriestaaten zusammen. Bis die gesteckten Ziele erreicht werden, ist in manchen Fällen sehr viel Geduld erforderlich.

Die einzelnen Entwicklungsprojekte verwirklicht das BMZ nicht selbst, sondern es beauftragt damit Spezialisten von sogenannten Durchführungsorganisationen.

Im BMZ arbeiten ungefähr 1.000 Personen, die meisten im Hauptsitz des Ministeriums in Bonn, die anderen in Berlin. Mehr als 100 BMZ-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter arbeiten im Ausland, zum Beispiel in den deutschen Botschaften in Entwicklungsländern.

Geschichte

Walter Scheel, erster Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit (Amtszeit 1961-66)
© BMZ
Walter Scheel, erster Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit (Amtszeit 1961-66)

Das BMZ wurde 1961 gegründet. Damals wurde Entwicklungspolitik als neue, wichtige Aufgabe des Staates erkannt.

Zwei Weltkriege hatten Millionen Menschen in Leid und Elend gestürzt. Es zeigte sich, dass ein friedliches Zusammenleben nur möglich ist, wenn Staaten zusammenarbeiten und sich gegenseitig helfen. Das galt besonders für die Länder in Afrika und Asien, die nach dem Zweiten Weltkrieg unabhängig wurden.

Die ehemaligen Kolonialmächte – reiche Industriestaaten wie Großbritannien, Frankreich und auch Deutschland – standen nun in der Verantwortung, die oft sehr unterentwickelten ehemaligen Kolonien zu unterstützen.

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