Ein Markt in Burkina Faso
Ein Markt in Burkina Faso
© RobertoVi unter CC-Lizenz

Burkina Faso

Land der Aufrichtigen

Burkina Faso – die zwei Wörter dieses Ländernamens stammen aus den beiden Sprachen Moore und Djoula und bedeuten "Land der Aufrichtigen".

Der zweisprachige Name passt gut zur Bevölkerung des westafrikanischen Staates, die als sehr tolerant bekannt ist: Mehr als 60 Volksgruppen leben in Burkina Faso zusammen.

Die politische Situation in Burkina Faso hat sich in den vergangenen Jahren schrittweise verbessert. Das Land verfügt heute über eine parlamentarische Demokratie und eine moderne Verfassung.

Große Armut

Ein Kind in Burkina Faso mit einer Schüssel Brei
Ein Kind in Burkina Faso mit einer Schüssel Brei
© Ute Grabowsky/photothek

Auf anderen Gebieten konnte Burkina Faso ebenfalls Entwicklungsfortschritte erzielen. So leiden zum Beispiel inzwischen weniger Kinder an Unterernährung und mehr Kinder können zur Schule gehen.

Auch wenn das Land also insgesamt auf einem guten Weg ist, hat es noch viele Probleme: Burkina Faso ist nach wie vor einer der am wenigsten entwickelten Staaten der Erde. Mehr als vierzig Prozent der Einwohner leben in extremer Armut.

Karte von Burkina Faso. Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.
Karte von Burkina Faso. Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.
© BMZ

Steckbrief Burkina Faso

Lage Westafrika
Einwohner mehr als 18 Millionen, 60 verschiedene Volksgruppen
Landessprachen Französisch, wichtige Sprachen sind außerdem Moore, Djoula und Fulfulde
Hauptstadt Ouagadougou (Aussprache: "Wagadugu")
Armut 44 Prozent der Bevölkerung leben in extremer Armut, ein Fünftel der Bevölkerung ist unterernährt
Lebenserwartung 59 Jahre (Deutschland: 81 Jahre)
Bildung nur 67 von 100 Kindern im Grundschulalter gehen zur Schule, jedes zweite Kind zwischen 7 und 14 Jahren muss arbeiten
In welchen Bereichen hilft Deutschland?
  • Landwirtschaft,
  • Demokratie/Gemeindeverwaltung,
  • Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung

Ausführliche Informationen findet ihr auf der Seite www.bmz.de/burkina_faso

Viele junge Menschen

Schulmädchen in Burkina Faso
Schulmädchen in Burkina Faso
© Ute Grabowsky/photothek.net

Die Bevölkerung in Burkina Faso wächst sehr schnell. Darum gibt es dort sehr viele junge Menschen – beinah die Hälfte der Burkinerinnen und Burkiner, 44 Prozent, sind unter 15 Jahre alt.

Die vielen jungen Menschen bedeuten eine große Chance für die Entwicklung des Landes, denn sie können helfen, es weiter aufzubauen.

Allerdings ist es eine schwierige Aufgabe für einen Staat, für so viele Kinder zu sorgen: Es werden zum Beispiel immer mehr Lebensmittel benötigt. Auch die Zahl der Ärztinnen und Ärzte und der Schulen muss immer weiter steigen und der Staat muss dafür sorgen, dass alle genug Wasser und Strom haben.

Lachen macht friedlich

Lachende Menschen aus Burkina Faso
Lachende Menschen aus Burkina Faso
© Ute Grabowsky/photothek.net

Wenn man in Burkina Faso hört, dass sich Menschen bei ihrer Begrüßung gegenseitig als "Krötenfresser" oder als "Viehdieb" bezeichnen, dann sollte man sich nicht wundern: In Burkina Faso und einigen Nachbarländern existiert schon seit langer Zeit eine besondere Tradition – man nennt sie Scherzverwandtschaft oder auch Scherzallianz.

Diese "Verwandtschaften" gibt es zwischen verschiedenen Familien, Ethnien oder Berufsgruppen, aber auch zwischen ganzen Dörfern und Stadtvierteln. Die ursprüngliche Idee dabei: Die Menschen sollen sich bei Konflikten so lange gegenseitig beschimpfen und verspotten, bis sie lachen müssen. – Und wenn man erst mal gemeinsam gelacht hat, kann man Probleme besser lösen und wird es sich gut überlegen, miteinander zu streiten oder sogar gegeneinander zu kämpfen.

Die alte Tradition führt bis heute dazu, dass sich viele Menschen in Burkina Faso spielerisch bei jeder Gelegenheit verspotten. Sie beachten dabei aber immer eine wichtige Regel dieses Spiels: Man darf sich niemals über die Sprüche der anderen ärgern, sondern nur über sie lachen.

Das tut Deutschland

Noch schafft es Burkina Faso nicht, alle Menschen ausreichend zu versorgen. Weil sehr viele Familien in Armut leben, können ihre Kinder nicht in die Schule gehen, sondern müssen arbeiten, um Geld zu verdienen.

Doch das Land hat in den vergangenen Jahren schon viel getan, um die Armut zu verringern. Dabei wird es von vielen Staaten unterstützt.

Deutschland fördert zum Beispiel die Landwirtschaft in Burkina Faso. Dadurch können mehr Lebensmittel erzeugt werden und mehr Menschen finden eine Arbeitsstelle.

Außerdem werden mit deutscher Hilfe die Versorgung mit Trinkwasser und das Abwassersystem in kleinen und mittelgroßen Städten verbessert.

Obsthändler in Ouagadougou, Burkina Faso
Obsthändler in Ouagadougou, Burkina Faso
© Thomas Imo/photothek.net

Gut zu wissen

Von 100 Einwohnern in Burkina Faso haben nur ungefähr 20 eine akzeptable Toilette zur Verfügung.

Nur etwa elf von 100 Einwohnern können in Burkina Faso das Internet nutzen. In Deutschland sind es 88 von 100.

Pro Einwohner werden in Burkina Faso nur 0,18 Tonnen von dem klimaschädlichen Gas Kohlendioxid in die Umwelt abgegeben. Zum Vergleich: In Deutschland sind es jedes Jahr über 50-mal so viel (9,23 Tonnen).

Burkina Faso gehört zu den wichtigsten Baumwollproduzenten der Welt. Ungefähr 250.000 Familien leben dort vom Anbau der Baumwollpflanzen.

Jedes Jahr wird eine Radrundfahrt durch das westafrikanische Land Burkina Faso veranstaltet. Sie ist in Afrika ähnlich populär wie in Europa die Tour de France und trägt den Namen Tour du Faso.