Entwicklungsland

Zwei Männer holen Wasser an einem öffentlichen Wassertank in Juba, Südsudan.
Zwei Männer holen Wasser an einem öffentlichen Wassertank in Juba, Südsudan.
© Thomas Imo/photothek.net

Für den Begriff "Entwicklungsland" gibt es keine allgemeingültige Definition. Entwicklungsländer haben aber typische Eigenschaften, an denen man sie erkennen kann. Hier eine kleine Auswahl dieser Merkmale:

  • Viele Einwohner leben in Armut. Das durchschnittliche Einkommen ist niedrig, der Lebensstandard gering. Der Besitz ist oft sehr ungleich verteilt, ein kleiner Teil der Bevölkerung ist sehr reich, die große Mehrheit ist arm.

  • Ein Teil der Bevölkerung hat zu wenig zu essen oder ernährt sich zu einseitig.

  • Viele Menschen haben keine Arbeit.

  • Es gibt zu wenig Ärzte und Krankenhäuser. Die Menschen werden nicht sehr alt, viele Kinder sterben schon vor ihrem fünften Geburtstag.

  • Es gibt zu wenig Schulen, die Qualität des Unterrichts ist schlecht. Viele Menschen können nicht lesen und schreiben.

Welche Länder gehören zu den Entwicklungsländern?

Ob ein Staat zur Gruppe der Entwicklungsländer gehört, wird in der internationalen Entwicklungspolitik meistens anhand einer Liste der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) entschieden.

Richtwert für die Einordnung eines Landes ist das Durchschnittseinkommen pro Einwohner. Zurzeit gibt es laut dieser Liste mehr als 140 Entwicklungsländer.

Schülerinnen und Schüler in einer Schule in Bangui in der Zentralafrikanischen Republik
Schülerinnen und Schüler in einer Schule in Bangui in der Zentralafrikanischen Republik
© Thomas Köhler/photothek.net

Verwendung des Begriffs

Auch wenn der Ausdruck "Entwicklungsland" sehr häufig verwendet wird, lehnen ihn manche Fachleute ab.

Sie kritisieren, er vermittle ein falsches Verständnis, weil sich ja nicht nur die Entwicklungsländer, sondern alle Länder weiterentwickeln müssen – auch reiche Industriestaaten wie Deutschland. Viele halten es auch für abwertend, von einem Land zu sagen, es sei unterentwickelt, obwohl es sich eventuell nur auf eine andere Art entwickelt.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) arbeitet mit etwa 50 Entwicklungsländern eng und partnerschaftlich zusammen.

Weitere Entwicklungsländer werden bei einzelnen Themen (wie Frieden oder Klimaschutz) oder im Rahmen einer regionalen Zusammenarbeit (zum Beispiel mit der Region Westafrika) unterstützt. Für alle diese Länder wird in Deutschland auch der Begriff "Partnerländer" verwendet.