Jugendliche
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© Kadri Aavik und Tobias Simon / ASA-Programm

Entwicklungszusammenarbeit

Entwicklungszusammenarbeit bedeutet, dass die reicheren und die ärmeren Länder der Welt gemeinsam versuchen, die weltweite Armut und die bisher noch großen Unterschiede in den Lebensbedingungen zu beseitigen.

Das Ziel ist eine gerechte Welt, in der alle Menschen ohne Not leben und ihren Kindern eine gute Zukunft bieten können.

Um das zu erreichen, arbeiten Industriestaaten wie Deutschland mit Entwicklungsländern in ganz unterschiedlichen Bereichen zusammen. Dazu gehören zum Beispiel Bildung, Demokratie, Menschenrechte, Frieden, Wirtschaft, Energieversorgung und Umweltschutz.

Wie funktioniert die deutsche Entwicklungszusammenarbeit?

Das ehemalige Bundeskanzleramt in Bonn, heute Dienstsitz des BMZ, in Abendstimmung mit der Plastik 'Large two forms' von Henry Moore
Das BMZ hat seinen ersten Dienstsitz im ehemaligen Bundeskanzleramt in Bonn.
© Ute Grabowsky/photothek.net

An der deutschen Entwicklungszusammenarbeit beteiligen sich viele Menschen und Einrichtungen – zum Beispiel der Staat (unter anderem das Bundesentwicklungsministerium, andere Ministerien, die Bundesländer und Gemeinden), Nichtregierungsorganisationen und Entwicklungsinitiativen sowie die Kirchen, Stiftungen und Wirtschaftsunternehmen.

Jeder, der sich engagieren will, kann mitmachen – es gibt viele Möglichkeiten dazu. Sie reichen vom Einkauf von fair gehandelten Produkten über das Spenden von Geld bis zur konkreten Mitarbeit in einer entwicklungspolitischen Organisation.

Staatliche Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern

Die staatliche deutsche Entwicklungszusammenarbeit wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (kurz: BMZ) organisiert.

Das Ministerium kooperiert auf verschiedene Arten mit Entwicklungsländern:

Technische Zusammenarbeit

Finanzielle Zusammenarbeit

Technische Zusammenarbeit

Ein Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit einem Mitarbeiter eines jordanischen Wasserkraftwerks.
Ein Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit einem Mitarbeiter eines jordanischen Wasserkraftwerks.
© Thomas Imo/photothek.net

Wissen weitergeben

Bei der "technischen Zusammenarbeit" wird vor allem Wissen weitergegeben: Deutsche Expertinnen und Experten arbeiten mit Fachleuten im Entwicklungsland an Projekten, die die Lebensbedingungen vor Ort verbessern und beraten ihre Kollegen.

Dabei geht es oft um technische Fragen – zum Beispiel: "Wie können wir, jedes Haus an das Stromnetz anschließen?" Zur technischen Zusammenarbeit gehören aber auch viele Projekte, die wenig mit Technik zu tun haben. Zum Beispiel Fortbildungsprogramme für Lehrerinnen und Lehrer oder Theaterprojekte für Kindern, die mit ihren Familien auf der Flucht sind.

Finanzielle Zusammenarbeit

Euro-Scheine
Euro-Scheine
© Ute Grabowsky/photothek.net

Darlehen und Zuschüsse

Bei der "finanziellen Zusammenarbeit" wird dem Partnerland Geld für ein gemeinsames Projekt zur Verfügung gestellt, entweder leihweise oder als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss.

Internationale Zusammenarbeit

Flaggen verschiedener Nationen vor dem Hauptgebäude der Vereinten Nationen.
Flaggen verschiedener Nationen vor dem Hauptgebäude der Vereinten Nationen.
© photothek.net

Die direkten Formen der Entwicklungszusammenarbeit werden zwischen Deutschland und einem ausgewählten Entwicklungsland vertraglich vereinbart.

Darüber hinaus unterstützt Deutschland die Entwicklungsprogramme von zahlreichen internationalen Organisationen, in denen es Mitglied ist – zum Beispiel der Vereinten Nationen und der Europäischen Union.

Mitarbeiter in einer landwirtschaftlichen Forschungseinrichtung in Indien, die von Deutschland unterstützt wird
Mitarbeiter in einer landwirtschaftlichen Forschungseinrichtung in Indien, die von Deutschland unterstützt wird
© Michael Gottschalk/photothek.net

Entwicklungszusammenarbeit oder Entwicklungshilfe?

In den Medien oder in Gesprächen wird statt "Entwicklungszusammenarbeit" oft der Begriff "Entwicklungshilfe" verwendet. Grundsätzlich ist damit dasselbe gemeint.

Die meisten Fachleute und auch das BMZ benutzen diesen Ausdruck trotzdem nicht, denn er klingt so, als wären Entwicklungsländer hilflos und vollständig auf die Wohltätigkeit der reichen Länder angewiesen. Bei der modernen Entwicklungszusammenarbeit sind sie aber gleichberechtigte Partner. Alle Projekte werden gemeinsam geplant und verwirklicht.

Auch die Verantwortung für Erfolge und Misserfolge wird gemeinsam übernommen. Und die Entwicklungsländer bezahlen in vielen Fällen einen großen Teil der Programme selbst.

Außerdem: Die sogenannten Geberstaaten wie Deutschland sind bei der Entwicklungszusammenarbeit gleichzeitig auch Empfänger.

Sie lernen von ihren Partnerländern, knüpfen wirtschaftliche Kontakte und verbessern dadurch auch ihre wirtschaftliche Situation. Der Begriff Entwicklungszusammenarbeit beschreibt diese intensive Partnerschaft viel besser als der früher übliche Name Entwicklungshilfe.