Eine Frau packt Kaffee auf einer Kaffeeplantage in Costa Rica ab. Der Kaffee stammt von einer Plantage, die Mitglied einer Kooperative ist und mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet wurde.
Eine Frau packt Kaffee auf einer Kaffeeplantage in Costa Rica ab. Der Kaffee stammt von einer Plantage, die Mitglied einer Kooperative ist und mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet wurde.
© Thomas Köhler/photothek.net

Fairer Handel

Große Konkurrenz auf dem Weltmarkt

Viele bei uns beliebte Produkte stammen aus Entwicklungsländern, zum Beispiel Kakao, Kaffee, Bananen, Gewürze, Baumwolle oder auch T-Shirts, Jeans und Fußbälle. Die Menschen, die diese Waren herstellen oder auf ihren Feldern anbauen, können sie nicht selbst an die Verbraucher in Europa oder den USA verkaufen.

Darum bieten sie ihre Produkte großen Handelsunternehmen an, die sie dann weltweit weiterverkaufen. Die Konkurrenz ist sehr hart. Um ihre Erzeugnisse verkaufen zu können, sind die Betriebe und die Bäuerinnen und Bauern darum oft gezwungen, sie extrem billig anzubieten. Ihnen und ihren Familien bleibt dann kaum genug Geld zum Überleben – obwohl sie hart arbeiten, sind sie sehr arm.

Ein Mann transportiert Jeans auf einer Rikscha in Bangladesch, wo viele Textilien für den europäischen Markt produziert werden.
Ein Mann transportiert Jeans auf einer Rikscha in Bangladesch, wo viele Textilien für den europäischen Markt produziert werden.
© Thomas Trutschel/photothek.net

Wie funktioniert Fairer Handel?

Der Faire Handel setzt sich für mehr Gerechtigkeit im Welthandel ein. Für fair gehandelte Waren erhalten die Erzeuger einen festgelegten Mindestpreis, von dem sie mit ihren Familien leben können.

In der Landwirtschaft funktioniert das zum Beispiel so: Bäuerinnen und Bauern in einem Entwicklungsland gründen eine Genossenschaft, also eine Vereinigung, in der sie ihre Geschäfte gemeinsam abwickeln und die ihre Rechte vertritt. Die Genossenschaft schließt dann einen Vertrag mit einer Handelsorganisation ab, die am Fairen Handel teilnimmt.

In diesem Vertrag steht, wie viel Ware die Organisation den Bauern abkauft und welchen Preis sie dafür mindestens bezahlt. Der Preis ist so hoch, dass die Bauern davon leben, ihre Familie ernähren und ihre Kinder zu Schule schicken können.

Zusätzlich erhält die Genossenschaft eine sogenannte Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte. Mit diesem Geld werden zum Beispiel Schulen gebaut. Damit das Geschäft funktioniert, bezahlen die Menschen in den reichen Ländern für die Produkte aus den Entwicklungsländern bewusst einen etwas höheren – fairen – Preis.

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© BMZ

Reise in die Welt des Kakaos

Wie findet man fair gehandelte Produkte?

Logo: Fairtrade Deutschland
Logo: Fairtrade Deutschland
© Fairtrade Deutschland

Kaufen kann man fair gehandelte Produkte inzwischen fast überall: in Kaufhäusern, Supermärkten, Bioläden, Online-Shops und in Fachgeschäften, den sogenannten Weltläden.

Damit man die Produkte problemlos erkennen kann, sind sie durch spezielle Siegel gekennzeichnet. Am bekanntesten ist das grün-schwarz-blaue Fairtrade-Siegel. Einzelne Unternehmen oder Verbände haben zusätzlich eigene Logos für ihre fair gehandelten Produkte entworfen – so gibt es zum Beispiel spezielle Siegel für Teppiche oder Blumen.