Verhütungsmittel-Beratung in einer Gesundheitsstation in Bujumbura, Burundi
Verhütungsmittel-Beratung in einer Gesundheitsstation in Bujumbura, Burundi
© Ute Grabowsky/photothek.net

Familienplanung

Jeder Mensch hat das Recht, über die eigene Familienplanung zu bestimmen. Das bedeutet, dass alle Frauen und Männer die Freiheit haben sollten, selbst beziehungsweise gemeinsam mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin über die Zahl ihrer Kinder und die Abstände zwischen den Geburten zu entscheiden. Um dieses Grundrecht wahrnehmen zu können, brauchen sie allerdings freien Zugang zu Informationen, Verhütungsmitteln und medizinischer Beratung und Betreuung.

Doch jedes Jahr werden Millionen Frauen in Entwicklungsländern ungewollt schwanger, weil sie nicht gut genug über die Möglichkeiten der Familienplanung informiert wurden oder keine Möglichkeit haben, sich moderne Verhütungsmittel zu besorgen. Viele dieser Frauen geraten durch die ungeplanten Schwangerschaften in eine Notlage. Und viele entscheiden sich dann für einen Schwangerschaftsabbruch. Häufig werden solche Abbrüche heimlich und unfachmännisch unter unhygienischen Bedingungen vorgenommen. Die Frauen geraten dadurch in Lebensgefahr.

Das tut Deutschland

Im Gesundheitszentrum von Rubona (Ruanda) informieren sich zwei Jugendliche über verschiedene Verhütungsmethoden.
Im Gesundheitszentrum von Rubona (Ruanda) informieren sich zwei Jugendliche über verschiedene Verhütungsmethoden.
© Thomas Imo/photothek.net

Deutschland will dazu beitragen, dass alle Menschen ihr Recht auf Familienplanung wahrnehmen und insbesondere Frauen in Entwicklungsländern selbst über ihre Sexualität bestimmen können. Dadurch sollen unerwünschte Schwangerschaften und Abtreibungen vermieden werden.

Zwar stehen die Rechte der Frauen im Mittelpunkt, doch die von Deutschland geförderten Programme richten sich ausdrücklich auch an Männer, um sie stärker in die Verantwortung einzubeziehen. Gemeinsam mit ​​Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen werden Bildungs- und Aufklärungsprogramme entwickelt, die die Menschen in ihrem Alltag, zum Beispiel am Arbeitsplatz, erreichen.

Aufklärung, medizinische Betreuung, Zugang zu Verhütungsmitteln

Verkauf von Kondomen an einem Kiosk in Bujumbura (Burundi)
Verkauf von Kondomen an einem Kiosk in Bujumbura (Burundi)
© Ute Grabowsky/photothek.net

Unter anderem hat das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) die Initiative "Selbstbestimmte Familienplanung" ins Leben gerufen. Sie soll Wissen über moderne Methoden der Familienplanung vermitteln, den Zugang zu Beratung und Verhütungsmitteln verbessern und die Zahl der von medizinischen Fachkräften begleiteten Geburten erhöhen.

Außerdem unterstützt Deutschland die Vermarktung von Verhütungsmitteln wie Hormonpräparaten ("Pille") und Kondomen zu besonders günstigen Preisen.

Vor allem wird für die Nutzung von Kondomen geworben, da sie nicht nur ungewollte Schwangerschaften verhindern, sondern gleichzeitig vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. Darum werden die BMZ-Programme zur Familienplanung auch eng mit Programmen zur Vorbeugung von Infektionen mit HIV verknüpft.