Gruppe der 20 (G20)

Im Juli 2017 sorgte ein politisches Treffen für reichlich Schlagzeilen: In Hamburg fand der G20-Gipfel statt. Es war das erste Mal, dass US-Präsident Donald Trump nach Deutschland kam, und das erste Mal, dass er sich persönlich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin traf.

Zehntausende Menschen demonstrierten aus Anlass des Gipfeltreffens für Frieden, Klimaschutz, fairen Handel und soziale Gerechtigkeit. Es kam jedoch auch zu schweren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und gewalttätigen Gipfel-Gegnern.

G20-Gipfel im Juli 2017 in Hamburg: Arbeitssitzung der G20-Staats-und Regierungschefs und weiterer Teilnehmer zum Thema "Globales Wachstum und Handel"
G20-Gipfel im Juli 2017 in Hamburg: Arbeitssitzung der G20-Staats-und Regierungschefs und weiterer Teilnehmer zum Thema "Globales Wachstum und Handel"
© Bundesregierung/Kugler

Was ist die G20?

Zur Gruppe der 20 (G20) gehören die 19 wirtschaftsstärksten Industrie- und Schwellenländer: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, die Türkei und die USA. Das 20. Mitglied ist die Europäische Union.

Die G20 ist keine offizielle politische Einrichtung, wie es zum Beispiel die verschiedenen Organisationen der Vereinten Nationen sind. Sie ist ein informelles Forum, das die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit verbessern will. In den G20-Staaten leben rund zwei Drittel der Weltbevölkerung, sie erbringen gemeinsam mehr als 85 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung und wickeln drei Viertel des Welthandels ab.

Die G20-Präsidentschaft wird von den Mitgliedsstaaten abwechselnd für jeweils ein Jahr übernommen. Der Staat, der die Präsidentschaft innehat, ist für die Organisation des Gipfels verantwortlich, schlägt vor, welche Themen beraten werden sollen und wählt die Gäste aus.

Deutschland hatte den Vorsitz der G20 vom 1. Dezember 2016 bis zum 30. November 2017 inne. Zu den Gästen des Gipfels in Hamburg zählten unter anderem die Afrikanische Union und die Weltgesundheitsorganisation (​WHO).

Im Rahmen der G20-Afrikakonferenz im Juni 2017 in Berlin hält der Präsident von Senegal, Macky Sall, eine Rede.
Im Rahmen der G20-Afrikakonferenz im Juni 2017 in Berlin hält der Präsident von Senegal, Macky Sall, eine Rede.
© Florian Gärtner/photothek.net

Wichtige Signale für die internationale Politik

Die Gruppe der 20 gibt es seit 1999. Ursprünglich trafen sich nur die Finanzminister und Notenbankchefs der Mitgliedsstaaten, um sich mit Fragen des internationalen Finanzsystems zu befassen. Doch während der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 zeigte sich, dass derartige Krisen Gespräche auf höchster politischer Ebene erfordern. Deshalb treffen sich nun die Staats- und Regierungschefs bei den jährlichen G20-Gipfeln.

Diese befassen sich inzwischen auch nicht mehr nur mit der Wirtschafts- und Finanzpolitik, sondern mit allen Themen, die weltweit von Bedeutung sind – zum Beispiel Armut, Migration, Umweltschutz und Gesundheit.

Auch die ​Entwicklungspolitik ist ein wichtiges Thema auf G20-Ebene. Auf dem Gipfel in Hamburg ging es zum Beispiel darum, wie sich die globalen Entwicklungsziele der ​Agenda 2030 erreichen lassen. Außerdem wurde eine neue politische Partnerschaft mit Afrika ins Leben gerufen und ein Aktionsplan für mehr Klimaschutz verabschiedet.

Die Entscheidungen der G20 sind zwar rechtlich nicht bindend, sie haben aber eine hohe Signalwirkung. Sie können wichtige nationale und internationale Reformen anstoßen und verbindliche Abkommen auf Ebene der Vereinten Nationen vorbereiten.