Schmetterling in Kamerun
Schmetterling in Kamerun
© Corinne Staley, CC BY-NC 2.0

Kamerun

15.000 Schmetterlingsarten

Kamerun ist ein Land mit enormer Vielfalt: Mehr als 240 Volksgruppen leben dort, fast alle pflegen eigene Traditionen und sprechen eigene Sprachen oder Dialekte. Auch der Reichtum der Natur ist atemberaubend: Unzählige Tier- und Pflanzenarten sind in Kamerun zuhause – zum Beispiel gibt es dort 15.000 Schmetterlingsarten!

Und die Landschaft in dem Staat am "Knick von Afrika" bietet alles, was bei uns als "typisch afrikanisch" gilt: Trockene und feuchte Savannen, tropische Gebirgswälder und im Süden des Landes den Regenwald des Kongobeckens.

Politische Krise

Stadtansicht von Jaunde, Hauptstadt von Kamerun
Stadtansicht von Jaunde, Hauptstadt von Kamerun
© Michael Gottschalk/photothek.net

Politisch galt Kamerun lange Zeit als stabil. Doch seit einigen Jahren steckt das Land in der Krise. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen fühlt sich die Bevölkerung der zwei englischsprachigen Regionen benachteiligt. Sie sagt, dass sich die Regierung in der Hauptstadt Jaunde nur um den französischsprachigen Teil des Landes kümmert. (Warum es in Kamerun zwei Amtssprachen gibt, erfährst du weiter unten unter "Gut zu wissen".) Die Regierung lehnt es jedoch strikt ab, über mehr Mitspracherechte dieser Regionen zu verhandeln. Inzwischen wird der Streit auch mit Gewalt ausgetragen.

Zum anderen leidet Kamerun unter Konflikten in seinen Nachbarländern: Von Nigeria aus verübt die Terrororganisation Boko Haram immer wieder Anschläge in Kamerun, bei denen viele Menschen getötet oder verletzt werden. Gewalt herrscht auch in dem östlichen Nachbarland Zentralafrikanische Republik. Kamerun hat in den vergangenen Jahren Hunderttausende Menschen aufgenommen, die von dort fliehen mussten.

Regenwald rund um den Dzanga-Fluss im Dreiländereck Republik Kongo, Kamerun und Zentralafrikanische Republik
Regenwald rund um den Dzanga-Fluss im Dreiländereck Republik Kongo, Kamerun und Zentralafrikanische Republik
© Michael Gottschalk/photothek.net

Regenwald in Gefahr

Kamerun gehört zu den wirtschaftlich stärksten Ländern Zentralafrikas. Das Land ist reich an natürlichen Rohstoffen und Bodenschätzen. Holz ist neben Erdöl und landwirtschaftlichen Produkten das wichtigste Exportprodukt des Landes.

Doch der Regenwald wird zu intensiv genutzt: Bergbau und Landwirtschaft dringen immer weiter in die Waldgebiete ein, illegale Abholzung und Wilderei bringen die außergewöhnliche Artenvielfalt in Gefahr.

Auf dem Weg zum Schwellenland

Ansicht der kamerunischen Hauptstadt Jaunde
Ansicht der kamerunischen Hauptstadt Jaunde
© Alvise Forcellini unter CC-Lizenz

Die Regierung hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2035 soll das Land den Status eines Schwellenlandes erreichen. Dazu soll die Wirtschaft weiter angekurbelt werden und es sollen neue Arbeitsplätze entstehen.

Auf diesem Weg wird Kamerun jedoch Unterstützung benötigen, denn noch lebt mehr als ein Drittel der Menschen in Armut.

Das tut Deutschland

Obst- und Gemüsestand im Westen Kameruns
Obst- und Gemüsestand im Westen Kameruns
© SarahTz unter CC-Lizenz

Deutschland unterstützt Kamerun dabei, die Natur – besonders den Tropenwald – zu schützen und verantwortungsvoll zu nutzen. Außerdem arbeiten die beiden Länder bei der Förderung ländlicher Regionen und der Verbesserung der Regierungsführung zusammen.

Auch bei der Versorgung von Flüchtlingen wird Kamerun von Deutschland unterstützt.

Steckbrief Kamerun

Lage Zentralafrika
Einwohner 24 Millionen
Landessprachen Französisch und Englisch, außerdem mehr als 200 lokale Sprachen und Dialekte
Hauptstadt Jaunde
Armut rund 37 Prozent der Menschen leben in Armut, etwa 10 Prozent haben nicht genug zu essen (Zahlen von 2014 und 2016).
Lebenserwartung etwa 58 Jahre (Deutschland: 81 Jahre)
Bildung Etwa 95 Prozent der Kinder besuchen eine Grundschule, drei Viertel von ihnen beenden diese auch. Ungefähr jeder vierte Erwachsene kann nicht lesen und schreiben.
In welchen Bereichen hilft Deutschland? Schutz und nachhaltige Nutzung der Natur, gute Regierungsführung, ländliche Entwicklung. Außerdem: Unterstützung bei der Aufnahme von Flüchtlingen

Ausführliche Informationen findet ihr auf der Seite www.bmz.de/kamerun

Ein Gorilla im Dzanga-Nationalpark im Dreiländereck Kongo, Kamerun und Zentralafrikanische Republik
Ein Gorilla im Dzanga-Nationalpark im Dreiländereck Kongo, Kamerun und Zentralafrikanische Republik
© Michael Gottschalk/photothek.net
Karte von Kamerun. Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.
Karte von Kamerun. Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.
© BMZ

Gut zu wissen

Natur

Der Regenwald im Kongobecken ist der zweitgrößte zusammenhängende Regenwald der Erde (der größte liegt im Amazonasgebiet in Südamerika). Teile dieses Waldes liegen in Kamerun. Noch ist fast die Hälfte der Fläche von Kamerun bewaldet, jedes Jahr geht dem Land jedoch etwa ein Prozent der Waldfläche verloren – vor allem durch unkontrollierte Abholzungen.

Geschichte

Vor dem Ersten Weltkrieg war Kamerun für etwa 30 Jahre eine deutsche Kolonie. Danach wurde das Land zwischen Frankreich und Großbritannien aufgeteilt. Erst 1961 wurden die beiden Landesteile wiedervereinigt und Kamerun wurde unabhängig. Die frühere Teilung ist bis heute spürbar: Kamerun hat zwei Amtssprachen (Französisch und Englisch) und auch zwei Schulsysteme: Die englischsprachigen Provinzen im Westen, in denen etwa 20 Prozent der Bevölkerung leben, orientieren sich am britischen Bildungssystem, der Rest des Landes am französischen.

Sprache

In Kamerun hat sich in den vergangenen 40 Jahren eine eigene Variante der französischen Sprache entwickelt: das Camfranglais. Es vermischt das Französische mit Wörtern aus dem Englischen und einigen anderen Sprachen, die in Kamerun gesprochen werden. Zunächst war Camfranglais eine Jugendsprache in den großen Städten, inzwischen spricht man sie im ganzen Land.

Sport

Fußball ist die beliebteste Sportart in Kamerun. Die Fußballnationalmannschaft trägt den offiziellen Spitznamen "Die unbezähmbaren Löwen" und hat schon viele Erfolge bei Afrika- und Weltmeisterschaften erzielt. 2017 wurde die Mannschaft Afrikameister.