Blick auf das Finanzzentrum der Hauptstadt Nairobi am Kenyatta International Conference Center
Blick auf das Finanzzentrum der Hauptstadt Nairobi am Kenyatta International Conference Center
© Ute Grabowsky/photothek.net

Kenia

Wichtigste wirtschaftliche Kraft in Ostafrika

"Magisches Kenia" – so wird in Reisekatalogen für den ostafrikanischen Staat geworben.

Tatsächlich bietet Kenia seinen Besuchern magische Bilder, wie man sie aus Büchern und Filmen über Afrika kennt: eindrucksvolle Landschaften mit Savannen und bis zu 5.000 Meter hohen Bergen, Nationalparks mit Elefanten, Löwen und riesigen Zebra- und Antilopenherden, Traumstrände am Indischen Ozean und Menschen, die stolz ihre Traditionen pflegen.

Kenia hat aber noch viel mehr zu bieten. Mehr als 40 ethnische Gruppen leben dort, sie sprechen rund 50 verschiedene Sprachen.

Das Land ist die wichtigste wirtschaftliche Kraft in Ostafrika und nimmt eine politische Führungsrolle in der Region ein. Bis 2030 will Kenia, das zurzeit noch als Entwicklungsland gilt, in die Gruppe der Schwellenländer aufsteigen.

Bis dahin müssen aber noch einige Hindernisse überwunden werden – zum Beispiel die weit verbreitete Korruption in Politik, Polizei und Justiz. Oft müssen die Menschen Bestechungsgelder zahlen, um eigentlich kostenlose staatliche Leistungen zu erhalten.

Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft

Pflücken von Kaffeebohnen in der Kooperative in Embu, Kenia
Pflücken von Kaffeebohnen in der Kooperative in Embu, Kenia
© Ute Grabowsky/photothek

Etwa 70 Prozent der kenianischen Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Traditionell sind Tee und Kaffee die wichtigsten Exportgüter. Wie viel Geld kenianische Unternehmen damit verdienen, hängt jedoch stark von den Weltmarktpreisen für diese Produkte ab.

Um sich davon unabhängiger zu machen, versucht Kenia auch andere landwirtschaftliche Erzeugnisse zu exportieren und die Angebote für Touristen noch auszuweiten.

Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist inzwischen die Schnittblumenindustrie: Kenia gehört zu den größten Blumenexporteuren weltweit.

Das tut Deutschland

Feldarbeit auf einer kleinen Bauernfarm in Ishiara, Kenia
Frau bei der Feldarbeit auf einer kleinen Bauernfarm in Ishiara, Kenia
© Thomas Köhler/photothek

Deutschland unterstützt Kenia dabei, die Armut in der Bevölkerung zu verringern. Dazu arbeiten deutsche und kenianische Expertinnen und Experten vor allem an der Stärkung der Landwirtschaft. Dadurch soll gesichert werden, dass die Bevölkerung immer genug Nahrung zur Verfügung hat – auch in Dürreperioden. Außerdem wird mit deutscher Hilfe die Wasser- und Sanitärversorgung sowie das Gesundheitssystem verbessert.

Karte von Kenia. Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.
Karte von Kenia. Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.
© BMZ

Steckbrief Kenia

Lage Ostafrika
Einwohner knapp 45 Millionen
Landessprachen Amtssprachen sind Englisch und Kiswahili (wird oft auch Suaheli oder Kisuaheli genannt), ungefähr 50 weitere Sprachen einzelner Volksgruppen
Hauptstadt Nairobi
Lebenserwartung 62 Jahre (Deutschland: 81 Jahre)
Bildung Mehr als 80 Prozent der Kinder besuchen eine Grundschule.
In welchen Bereichen hilft Deutschland? Landwirtschaft, Wasser- und Sanitärversorgung, Gesundheitssystem, Bildung, Energie und Bekämpfung der Korruption.

Ausführliche Informationen findet ihr auf der Seite www.bmz.de/kenia

  • Viele Frauen in Nairobi sind zu arm, um Gesundheitsdienstleistungen bezahlen zu können. Deutschland finanziert ein Programm, das ihnen Gutscheine für professionelle Geburtshilfe sowie Vor- und Nachsorge anbietet.
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    Geburtengutscheine für kenianische Frauen
  • Mit der Tröpfchenbewässerung sparen die Menschen in Kenia bei gleichem Ertrag 90 Prozent der Wassermenge. So sind sie gegen Dürre gerüstet.
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    Kenia: Gemüseanbau mit Tröpfchenbewässerung
  • Um Jugendliche vor Gewalt, Kriminalität und Terrorismus zu schützen, organisiert der kenianische Verein "Vijana Amani Pamoja" (Jugend gemeinsam für Frieden) Fußballtraining.
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    Kenia: Fußball gegen Gewalt
  • In Nairobi gibt es ein Fußballprojekt für Mädchen, die auf der Straße oder in Slums leben und auch häufig Opfer von Kinderprostitution werden. Durch das gemeinsame Fußballspielen gewinnen sie Selbstvertrauen.
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    Kenia: Mädchenfußball fördert Selbstvertrauen
  • Wenn das Vieh krank wird und stirbt, dann ist auch ihr Leben bedroht: Für die Nomaden im Norden Kenias sind die Viehherden ihre Lebensgrundlage. Daher finanziert das deutsche Entwicklungsministerium groß angelegte Impfaktionen.
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    Kenia: Impfschutz für Nutztiere
  • In Westkenia bringen Solarlampen umweltfreundliches Licht in entlegene Gebiete.
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    Kenia: Solarlampen für entlegene Gebiete

Gut zu wissen

Kinder und Jugendliche

In Kenia leben sehr viele Kinder und Jugendliche: Etwa 42 Prozent der Einwohner sind jünger als 15 Jahre (in Deutschland: 13 Prozent). Nur knapp 3 Prozent der Menschen sind älter als 64 (in Deutschland: 21 Prozent).

Immer mehr Jugendliche, vor allem in den Städten Kenias, sprechen "Sheng". Das ist eine Jugendsprache, die für Erwachsene nur schwer zu verstehen ist. Sie ist eine Mischung aus Kiswahili, Englisch und regionalen Sprachen. Sheng verbreitet sich auch über Rap und Hip-Hop-Musik. Manche Eltern besuchen jetzt schon Sprachkurse, um ihre Kinder zu verstehen.

Landeskunde

Der älteste Nationalpark Kenias liegt in der Hauptstadt Nairobi. Er ist nur sieben Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und man kann dort Büffel und Giraffen vor der Skyline der Großstadt beobachten.

Energie

In Kenia werden rund 13 Prozent des Strombedarfs mit Geothermie-Kraftwerken erzeugt – also aus Erdwärme. Dazu wird heißes Wasser aus großer Tiefe hochgepumpt und die darin enthaltene Wärmeenergie wird zur Stromerzeugung genutzt.

Sport

Viele der besten Langstreckenläuferinnen und -läufer der Welt kommen aus Kenia. Regelmäßig gewinnen sie Medaillen bei Olympischen Spielen und siegen bei Weltmeisterschaften und Marathonläufen.

Geschichte

In Mombasa, der größten Hafenstadt Kenias, gibt es eine Festung mit dem Namen "Fort Jesus", sie wurde schon 1593 von den Portugiesen gebaut. Heute ist sie Teil des kenianischen Nationalmuseums und steht auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Ernährung

Ein wichtiges Grundnahrungsmittel Kenias ist Ugali, ein Brei aus Maismehl, der gekocht wird, bis er relativ fest ist. Bei der Mahlzeit wird aus dem Brei eine kleine Kugel mit einer Vertiefung geformt, in die dann Beilagen (zum Beispiel Gemüse oder Fleisch) gelegt werden. Man isst aus der Hand – Besteck wird nicht benötigt.