Ein Junge verkauft Luftballons in Neu Delhi, Indien.
Ein Junge verkauft Luftballons in Neu Delhi, Indien.
© Thomas Imo/photothek.net

Kinderarbeit

Schutz vor Ausbeutung

Viele Kinder und Jugendliche bessern sich ihr Taschengeld auf: Sie tragen Zeitungen aus, betreuen in der Nachbarschaft Kleinkinder, geben Nachhilfe oder kellnern in der Eisdiele. Viele helfen auch regelmäßig im Betrieb der Eltern mit.

Das alles ist erlaubt und völlig okay, solange ihnen die Tätigkeit nicht schadet, sie täglich nur für wenige Stunden arbeiten und sie mindestens 13 Jahre alt sind – Solche Jobs gelten nicht als Kinderarbeit.

Von Kinderarbeit spricht man jedoch, wenn Kinder gefährliche oder gesundheitsschädliche Arbeiten verrichten. Oder wenn ihre Arbeit verhindert, dass sie zur Schule gehen können, oder wenn sie ihre körperliche, geistige oder seelische Entwicklung gefährdet.

Kein Kind soll solche Arbeiten verrichten. So steht es in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen und auch in den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

218 Millionen Kinder arbeiten

Ein junges Mädchen, das auf dem Markt in Ouagadougu in Burkina Faso arbeitet.
Ein junges Mädchen, das auf dem Markt in Ouagadougu in Burkina Faso arbeitet.
© Ute Grabowsky/photothek.net

Nach aktuellen Schätzungen der ILO müssen weltweit rund 218 Millionen Kinder im Alter zwischen 5 und 17 Jahren arbeiten. Bei 152 Millionen von ihnen gilt dies als Kinderarbeit, 73 Millionen Kinder müssen sogar unter gesundheitsschädlichen und gefährlichen Bedingungen arbeiten – zum Beispiel in Fabriken, Handwerksbetrieben, im Bergbau und vor allem in der Landwirtschaft.

Die meisten arbeitenden Kinder erhalten keinen Lohn; der größte Teil der Kinderarbeit wird in Familienbetrieben geleistet.

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© BMZ

Reise in die Welt des Kakaos

Gründe für Kinderarbeit

Kinder in Kampala, Uganda, versuchen, Waren an Autofahrer zu verkaufen.
Kinder in Kampala, Uganda, versuchen, Waren an Autofahrer zu verkaufen.
© Thomas Koehler/photothek.net

Wenn Kinder arbeiten müssen, ist das fast immer eine Folge von Armut. Viele Eltern sind auf die Mithilfe ihrer Kinder angewiesen, weil ihr Einkommen sonst nicht zum Überleben reicht.

Dadurch entsteht ein Teufelskreis: Kinder, die arbeiten müssen, können nicht zur Schule gehen und erreichen keinen Schulabschluss. Darum können sie dann keine Berufsausbildung absolvieren. Ohne Ausbildung finden sie als Erwachsene keinen gut bezahlten Arbeitsplatz und leben in Armut. Ihre eigenen Kinder müssen sie dann auch wieder zur Arbeit schicken …

Das tut Deutschland

Die deutsche Bundesregierung setzt sich aktiv für die Bekämpfung von ausbeuterischen und gefährlichen Formen der Kinderarbeit ein. Unter anderem unterstützt die Bundesregierung ein internationales Programm der ILO zur Abschaffung der Kinderarbeit.

Das BMZ fördert außerdem die Erarbeitung freiwilliger Verhaltensregeln ("Kodizes") in der Privatwirtschaft. Solche Selbstverpflichtungen gibt es zum Beispiel schon bei Firmen, die mit Kaffee, Kakao und Textilien handeln.

In ihnen ist festgeschrieben, dass die Unternehmen keine Kinder beschäftigen und auch keine Produkte kaufen oder verkaufen, die durch Kinderarbeit entstanden sind.

Um die Kinderarbeit zu beseitigen, muss der oben beschriebene Kreislauf der Armut durchbrochen werden. Das zu erreichen, ist ein wichtiges Ziel der deutschen Entwicklungspolitik. Zum Beispiel unterstützt Deutschland viele Entwicklungsländer dabei, ihr Bildungssystem zu verbessern, Arbeitsplätze zu schaffen und soziale Sicherungssysteme aufzubauen.

Wenn dich das Thema interessiert

… dann findest du hier noch weitere Informationen:

Stichwort: Kinderrechte

und außerdem auf www.bmz.de/kinderrechte