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Kinderrechte

Es gibt Rechte, die jedem von uns zustehen. Wir müssen uns diese Rechte nicht verdienen und wir müssen sie auch nicht von anderen Menschen bekommen: Wir haben sie einfach – egal, ob wir weiblich oder männlich sind, reich oder arm, schwarz oder weiß. Man nennt diese angeborenen Rechte die allgemeinen Menschenrechte. Dazu gehören unter anderem die Rechte auf Freiheit, Nahrung, Bildung und Gesundheit.

Die allgemeinen Menschenrechte sind unteilbar, wir haben den Anspruch auf alle diese Rechte – egal, wie alt wir sind. Zusätzlich wurden spezielle Grundrechte für Kinder und Jugendliche formuliert, um sie besonders zu schützen.

Die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen

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Die Kinder- und Jugendrechte wurden 1989 im Übereinkommen über die Rechte des Kindes ("Kinderrechtskonvention") der Vereinten Nationen festgelegt. Die Konvention gilt für alle, die jünger als 18 Jahre sind.

Der Originaltext besteht aus 54 einzelnen Artikeln und ist in der Fachsprache der Juristen geschrieben – also sehr schwer zu verstehen. Die Kinderrechtsorganisation der Vereinten Nationen (UNICEF) hat den Text darum stark zusammengefasst und daraus die zehn Grundrechte der Kinder abgeleitet.

Sie lauten: Kinder und Jugendliche haben das Recht auf

  • Gleichheit
  • Gesundheit
  • Bildung
  • Spiel und Freizeit
  • freie Meinungsäußerung und Beteiligung
  • gewaltfreie Erziehung
  • Schutz im Krieg und auf der Flucht
  • Schutz vor wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung
  • elterliche Fürsorge
  • besondere Fürsorge und Förderung bei Behinderung
Schulmädchen in einer Dorfschule in Bangladesch
Schulmädchen in einer Dorfschule in Bangladesch
© Thomas Köhler/photothek.net

Traurig aber wahr: Kinderrechte werden oft missachtet

Inzwischen haben fast alle Staaten der Welt die Kinderrechtskonvention angenommen und sich damit verpflichtet, die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu schützen und zu achten. Kein anderes Menschenrechtsabkommen wurde von so vielen Staaten unterzeichnet.

Trotzdem werden noch immer die Rechte von Millionen Kindern auf der Welt verletzt. Vor allem in Entwicklungsländern verhindern Armut, Kriege und schlechte Regierungsführung, dass Kinder und Jugendliche die Chance auf ein gutes, sicheres Leben bekommen.

Viele Kinder können dort nicht zur Schule gehen, müssen täglich viele Stunden arbeiten oder werden als Soldaten missbraucht. Und jeden Tag sterben nach Schätzungen von UNICEF ungefähr 16.000 Kinder unter fünf Jahren – die meisten von ihnen an Krankheiten, die heilbar sind wie Durchfall, Lungenentzündung oder Masern. Doch in vielen Ländern gibt es nicht genügend Ärzte und Krankenhäuser, und viele Eltern sind zu arm, um die Behandlung und die nötigen Medikamente oder Impfstoffe bezahlen zu können.

Das tut Deutschland

 Lesende Schüler in einer Bibliothek in Jakarta, Indonesien
Lesende Schüler in einer Bibliothek in Jakarta, Indonesien
© Ute Grabowsky/photothek.net

Die Missachtung der Kinderrechte ist eine der größten Tragödien der heutigen Zeit. Viele Menschen empfinden es als unerträglichen Skandal, dass gegen die Rechte der Kinder noch immer so oft verstoßen wird und engagieren sich für diese Rechte. Auch für das deutsche Entwicklungsministerium (BMZ) ist das Thema Kinderrechte außerordentlich wichtig.

Deutschland setzt sich auf sehr vielen Ebenen für Kinder und Jugendliche ein, besonders stark in den Bereichen Ernährung, Bildung, Gesundheit und Umwelt. Das BMZ beteiligt sich außerdem aktiv am Kampf gegen Kinderarbeit, gegen den Einsatz von Kindersoldaten sowie gegen Kinderhandel, sexuelle Gewalt und weibliche Genitalverstümmelung.