Kindersoldat in der Zentralafrikanischen Republik
Kindersoldat in der Zentralafrikanischen Republik
© Pierre Holtz/UNICEF

Kindersoldaten

250.000 Kinder kämpfen in Armeen oder Rebellengruppen

Kindersoldaten sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die gezwungen werden, in Kriegen oder anderen gewaltsamen Auseinandersetzungen zusammen mit erwachsenen Soldaten zu kämpfen.

Kinder als Soldaten einzusetzen ist laut der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen weltweit verboten. Trotzdem müssen nach Schätzungen des Kinderhilfswerks UNICEF bis zu 250.000 Kinder in Armeen oder bewaffneten Rebellengruppen dienen.

Wieso werden Kinder zu Soldaten?

Ein Kindersoldat in Afghanistan, 2004
Ein Kindersoldat in Afghanistan, 2004
© Robin Kirk unter CC-Lizenz

Kindersoldaten stammen meistens aus armen Verhältnissen. Viele Kinder werden aus ihren Familien entführt oder die Eltern werden durch Erpressung und Drohungen gezwungen, sie abzugeben. Es gibt aber auch Kinder, die sich den Truppen freiwillig anschließen – zum Beispiel, weil ihre Familie so arm ist, dass sie keinen anderen Ausweg für sich sehen. Oft werden diese Kinder von den Truppen auch durch falsche Versprechungen angelockt:

Zum Beispiel wird ihnen gesagt, sie würden als Soldaten viel Geld verdienen und könnten damit ihre Eltern und ihre Geschwister unterstützen. Sobald die Kinder in der Gewalt der erwachsenen Soldaten sind, werden sie zu absolutem Gehorsam gezwungen. Manchen Kindern werden sogar Drogen eingeflößt, damit sie sich nicht wehren können und ihren freien Willen verlieren.

Was müssen Kindersoldaten tun?

Ehemalige Kindersoldaten lernen Entspannungsübungen in einem Jugendzentrum in Uganda.
Ehemalige Kindersoldaten lernen Entspannungsübungen in einem Jugendzentrum in Uganda.
© BBC World Service unter CC-Lizenz

Viele Kinder, die als Soldaten missbraucht werden, bekommen beigebracht, wie man mit Waffen umgeht. Und sie müssen Menschen töten.

Für sehr viele andere Kinder ist der Begriff "Kindersoldaten" etwas irreführend: Sie werden nicht zum bewaffneten Kampf gezwungen, sondern müssen als Lastenträger, Köche, Spione, Kuriere oder sogar als Minenräumer arbeiten.

Besonders schlimm ist die Situation für Mädchen. Sie werden häufig Opfer sexueller Gewalt, viele werden gezwungen, erwachsene Soldaten zu heiraten.

Welche Folgen hat das für die Kinder?

Die seelischen und körperlichen Folgen für die Kinder und Jugendlichen sind katastrophal. Was Kindersoldaten im Krieg erleben, ist oft so grausam, dass sie ihr ganzes späteres Leben darunter leiden.

Die Kinder verlieren den Zugang zu ihren eigenen Gefühlen und ohne Hilfe schaffen sie es nicht, wieder ein normales Leben zu führen.

Ein Problem, das noch dazu kommt: Viele ehemalige Kindersoldaten werden wegen ihrer Vergangenheit von ihren Familien oder Dorfgemeinschaften verstoßen.

Teilnehmer des Projekts Kinderrepublik Benposta für ehemalige Kindersoldaten und misshandelte Kinder in Bogotá, Kolumbien
Teilnehmer des Projekts Kinderrepublik Benposta für ehemalige Kindersoldaten und misshandelte Kinder in Bogotá, Kolumbien
© Michael Gottschalk/photothek.net

Was kann man dagegen tun?

Angefangen von den Vereinten Nationen bis hin zu kleinen Initiativen gibt es weltweit viele Organisationen, die sich gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten einsetzen und versuchen, den betroffenen Kindern zu helfen. Auch die deutsche Regierung unterstützt viele solche Projekte.

Deutschland fördert zum Beispiel die Wiedereingliederung von jungen Menschen, die in bewaffnete Konflikte verwickelt sind oder waren. Zum einen werden die Kinder und Jugendlichen psychologisch betreut, um die Folgen ihrer seelischen Verletzungen zu lindern.

Zum anderen werden sie dabei unterstützt, sich neue Lebensperspektiven aufzubauen: Sie können die Schule nachholen, einen Beruf erlernen, sich politisch engagieren.

Viele dieser Projekte sind nicht nur für ehemalige Kindersoldaten offen, sondern auch für andere vom Krieg betroffene Kinder. Denn auch sie kennen oft nichts anderes als Krieg und Zerstörung und müssen erst lernen, dass es gewaltfreie Wege gibt, Konflikte zu lösen. Außerdem wird so vermieden, dass die ehemaligen Kindersoldaten als Täter gebrandmarkt werden – denn tatsächlich sind sie Opfer skrupelloser Erwachsener geworden.

Gedenkveranstaltung gegen den Einsatz von Kindersoldaten
Gedenkveranstaltung gegen den Einsatz von Kindersoldaten
© Martin Schachermeyer unter CC-Lizenz

Internationaler Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Der 12. Februar ist der Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Der jährliche Gedenktag soll an das Schicksal von Kindern erinnern, die zu Kampfeinsätzen gezwungen werden.

Ziel des Gedenktages ist es, dass sich mehr Menschen dafür einsetzen, diese besonders schwere Form des Kindesmissbrauchs zu beenden.

Das Symbol des Gedenktages ist eine rote Hand – in Englisch sprechenden Ländern wird er darum auch "Red Hand Day" genannt.