Klimaschutz

Braunkohlekraftwerk Boxberg in Sachsen
Braunkohlekraftwerk Boxberg in Sachsen
© Florian Gärtner/photothek.net

In unserem täglichen Leben benötigen wir viel Energie – für Heizung und warmes Wasser, Autos, Busse, Züge oder Flugzeuge und für die vielen elektrischen Geräte, die wir benutzen. Eine gute Energieversorgung ist auch für die wirtschaftliche Entwicklung von Staaten wichtig: Ohne Energie können Fabriken keine Waren herstellen und ihre Angestellten können kein Geld verdienen.

Bisher wurde Energie hauptsächlich durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl, Gas und Holz gewonnen. Das fing mit Dampfmaschinen an und führte bis zu den heutigen modernen Kraftwerken. An den rauchenden Schornsteinen dieser Anlagen kann man erkennen, dass bei der Energiegewinnung ziemlich viele Abgase freigesetzt werden.

Die weltweite Durchschnittstemperatur steigt

Feldarbeit in Nordkenia
Feldarbeit in Nordkenia
© Thomas Trutschel/photothek

Einige der Gase, die bei der Energiegewinnung entstehen, sammeln sich in der Lufthülle der Erde an. Inzwischen wissen wir, dass sie zu einem Klimawandel führen. Er ist vor allem daran zu erkennen, dass die weltweite Durchschnittstemperatur steigt.

Das klingt zunächst gar nicht so schlimm, die Folgen dieser Erwärmung sind aber sehr unangenehm und schon in vielen Regionen der Welt sichtbar: Es gibt mehr starke Regenfälle, mehr Stürme, mehr Überflutungen und mehr Dürreperioden.

Alle Staaten müssen zusammenarbeiten

Weil diese Veränderungen sich auf die gesamte Erde auswirken, kann kein Land allein etwas dagegen machen – alle müssen zusammenarbeiten. Darum hat die Staatengemeinschaft inzwischen verschiedene Abkommen geschlossen, um das Klima zu schützen und den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen zu verringern.

Die Basis aller internationalen Klimaverhandlungen bildet die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen von 1992. Jedes Jahr treffen sich die Vertreterinnen und Vertreter der fast 200 Staaten, die sich an der Konvention beteiligen, zu einem Weltklimagipfel. Dort wird dann über das weitere Vorgehen beim internationalen Klimaschutz beraten, zuletzt Ende 2016 in Marrakesch.

Mehr als 150 Staats- und Regierungschefs haben an der Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 teilgenommen.
Mehr als 150 Staats- und Regierungschefs haben an der Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 teilgenommen.
© AFP PHOTO / POOL / Martin Bureau unter CC-Lizenz https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/

Das Zwei-Grad-Ziel

Auf dem Klimagipfel 2009 wurde beschlossen, dass die durchschnittliche Temperatur auf der Erde um höchstens zwei Grad steigen soll. Als Vergleichswert dient die Durchschnittstemperatur, die vor der Industrialisierung, also vor rund 150 Jahren, gemessen wurde.

"Durchschnittlich zwei Grad" klingt wenig – doch schon solch eine geringe Erwärmung hat massive Auswirkungen auf das weltweite Klima und damit auf das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen. Wissenschaftler haben berechnet, dass bei einer noch stärkeren Erwärmung der Erde die Folgen des Klimawandels möglicherweise nicht mehr zu kontrollieren wären.

Auf dem Klimagipfel in Paris im Dezember 2015 sind die Teilnehmer noch einen Schritt weiter gegangen und haben sich das Ziel gesetzt, den weltweiten Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Um den Temperaturanstieg begrenzen zu können, muss der weltweite Ausstoß von klimaschädlichen Gasen bis zum Jahr 2050 um die Hälfte gesenkt werden. Die Industrieländer, die besonders viele Abgase produzieren, müssen ihn sogar um 80 bis 95 Prozent senken. Viele Experten sagen, dass das zu schaffen ist – allerdings nur, wenn wirklich alle Staaten mitmachen und wenn wir unseren Lebensstil und unsere Energieverwendung radikal ändern.

  • Deutschland unterstützt Bangladesch dabei, die Folgen des Klimawandels zu mildern, zum Beispiel durch den Bau von Brücken, Dämmen und Uferbefestigungen.
    © Thomas Trutschel/photothek.net

    Bangladesch: Leben mit dem Klimawandel
  • Im Gebiet rund um den Fluss Rio Grande in Bolivien macht sich der Schauspieler und Game-of-Thrones-Star Tom Wlaschiha ein Bild von den Auswirkungen des Klimawandels auf Mensch und Natur.
    © BMZ

    Klimawandel – unsere Verantwortung
  • Holz ist in den ländlichen Regionen Boliviens immer noch die wichtigste Energiequelle. Um die Umwelt zu schützen und den Verbrauch zu reduzieren, beschäftigt sich das "Malena Küchenprojekt" mit dem Bau neuer Öfen.
    © BMZ

    Neue Küchen gegen den Klimawandel
  • Die Äpfel im Hochland von Bolivien werden als Folge des Klimawandels zu früh reif und die Bauern können nicht fristgerecht liefern. Es kommt aber auch vor, dass unerwartet die Kälte hereinbricht und die gesamte Ernte vernichtet.
    © BMZ

    Klimawandel – Mehr Ernte durch Apfelanbau
  • Im bolivianischen Dorf Pojo, das 2.000 Meter über dem Meeresspiegel liegt, sind die Folgen des Klimawandels spürbar. Durch die zunehmende Hitze trocknet der Boden schnell aus und wird unfruchtbar. Die Bauern legen Wasserauffangbecken an.
    © BMZ

    Klimawandel – Wasserknappheit entgegenwirken
  • Die Gletscher Boliviens schmelzen. Wenn die Gletscher verschwunden sind, wird den Menschen, die an ihrem Fuß leben, das Trinkwasser fehlen und ihr landwirtschaftlicher Ertrag wird zurückgehen.
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    Klimawandel – Gletscherschmelze in Bolivien
  • In Bolivien werden neben Äpfeln und anderem Obst auch Erdbeeren angebaut. Durch die zunehmende Trockenheit ist das dort nur durch innovative und moderne Anbaumethoden möglich, die Wasser sparen.
    © BMZ

    Innovative Anbaumethoden in Bolivien
  • Eine Initiative der G7-Staaten hat das Ziel, bis zum Jahr 2020 400 Millionen durch den Klimawandel gefährdeten Menschen in Entwicklungsländern Versicherungsschutz gegen Klimarisiken zu bieten.
    © BMZ

    Klimarisiken versichern – weltweit
  • Mosambik ist schon jetzt von den Folgen des Klimawandels betroffen, zum Beispiel durch starke Überschwemmungen. Deutschland unterstützt das Land bei Präventionsmaßnahmen.
    © Thomas Trutschel/photothek.net

    Mosambik: Küstenschutz in Beira
  • Animationsfilm über ein innovatives Modell zum Wald- und Klimaschutz, bei dem Regierungen und lokale Bevölkerung honoriert werden, wenn sie Entwaldung vermeiden.
    © BMZ

    REDD – ein innovatives Modell zum Wald- und Klimaschutz
  • Der Klimawandel zeigt, wie wichtig es ist, verantwortungsvoll mit globalen Ressourcen umzugehen. Ein gutes Besipiel dafür sind die Wälder: Ihre nachhaltige Bewirtschaftung macht es möglich, sie zu erhalten und gleichzeitig zu nutzen.
    © Thomas Trutschel/photothek

    Tropenwald nachhaltig nutzen – einfach erklärt
  • Eine Entwicklungspartnerschaft des deutschen Unternehmens Phaesun und der DEG bringt netzunabhängige Solarsysteme nach Mosambik und eröffnet den Menschen auf dem Land neue Perspektiven.
    © develoPPP.de

    Solarstrom für Mosambik

Entwicklungszusammenarbeit ist Klimaschutz

Solaranlage in Bangladesch. Mit dem gewonnenen Strom werden Bewässerungspumpen für Felder betrieben.
Solaranlage in Bangladesch. Mit dem gewonnenen Strom werden Bewässerungspumpen für Felder betrieben.
© Thomas Trutschel/photothek.net

Die Wirtschaft in den meisten Industrieländern hat sich in der Vergangenheit entwickelt, ohne dass auf die Umwelt Rücksicht genommen wurde. Das ist einer der Gründe dafür, dass sich das Klima inzwischen verändert. Will man die globale Erwärmung aufhalten, dürfen die Entwicklungsländer diesen Fehler also nicht wiederholen. Sie stehen darum vor zwei großen Herausforderungen:

  1. Ihre Wirtschaft muss wachsen, damit die Menschen dort nicht mehr in Armut leben müssen und sich mit allem versorgen können, was für ein menschenwürdiges Leben erforderlich ist.

  2. Gleichzeitig müssen sie darauf achten, trotz des Wirtschaftswachstums nicht zu viele Abgase freizusetzen, damit der Klimawandel gebremst wird.

Deutsche Expertinnen und Experten beraten die Regierungen von Entwicklungsländern dabei, beide Ziele zu erreichen. Deutschland unterstützt diese Länder dabei, ihre Energieversorgung zu modernisieren und mehr erneuerbare Energiequellen wie Sonne, Wind und Wasser zu nutzen.

Außerdem werden zum Beispiel Methoden erarbeitet, Energie so sparsam wie möglich zu verwenden. Zum Klimaschutz gehört auch, dass Wälder besser geschützt und neue Bäume gepflanzt werden.

Was kann ich für den Klimaschutz tun?

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Standbild aus dem Video: Manniac erklärt – Was kann ich gegen den Klimawandel tun?
© BMZ

Wir alle können helfen, das Klima zu schützen. Wichtig ist dazu vor allem, den Energieverbrauch zu senken. Hier sind einige Beispiele:

  • lieber Fahrrad und Bahn benutzen als Auto und Flugzeug

  • zuhause auf Geräte mit niedrigem Stromverbrauch achten

  • die Heizung nicht ganz so weit aufdrehen

  • auf Ökostrom umsteigen, der aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird

  • nicht alle Sachen immer neu kaufen, vieles gibt es auch gebraucht ("Second hand")

  • Kleidung nur dann waschen, wenn es wirklich nötig ist

  • Produkte aus der Region kaufen

Willst du mehr wissen? Im Internet kannst du hier deinen ökologischen Fußabdruck berechnen. Dabei bekommst du viele Tipps, wie du dich im Alltag "klimafreundlicher" verhalten kannst.