Strand der Stadt Elmina in Ghana
Strand der Stadt Elmina in Ghana
© Thomas Trutschel/photothek

Klimawandel

Schlechtes Wetter oder verändertes Klima?

Starker Regen, Wirbelstürme, Hitzewellen oder auch monatelange Dürren ganz ohne Regen – seit einiger Zeit erleben wir so etwas immer häufiger, oder wir hören in den Nachrichten davon. Man könnte sagen: "Schlechtes Wetter gibt es immer mal." Das stimmt, das Wetter kann jeden Tag wechseln.

Beobachtet man aber über Jahre hinweg das Wetter an einem bestimmten Ort, dann erfährt man, welches Klima dort herrscht: Klima ist sozusagen die Langfassung von Wetter. Und das Klima ändert sich zurzeit, es wird immer wärmer – darüber sind sich heute alle Wissenschaftler einig. Und erste Folgen sind bereits sichtbar.

In der Erdgeschichte gab es schon oft Klimaveränderungen. Ein bekanntes Beispiel sind die sogenannten Eiszeiten, die letzte dauerte etwa 100.000 Jahre und endete vor ungefähr 10.000 Jahren.

Solche Klimaschwankungen entstanden immer durch natürliche Vorgänge – zum Beispiel durch die Änderung von Meeresströmungen oder der Intensität der Sonnenstrahlung. Und die meisten von ihnen entwickelten sich sehr langsam im Laufe von Jahrtausenden. Doch der Klimawandel, den wir heute erleben, ist anders.

Der Klimawandel wird von den Menschen verursacht

Steinkohlekraftwerk in Rostock
Steinkohlekraftwerk in Rostock
© Thomas Trutschel/photothek.net

In den vergangenen 150 Jahren hat die Menschheit gigantische Mengen Kohle, Erdöl, Erdgas und Holz verbrannt, unter anderem um zu heizen, Strom zu erzeugen, mit Autos zu fahren und um Stahl zu produzieren. Wenn man solche Brennstoffe nutzt, entsteht nicht nur Energie, es werden auch Abgase produziert – und die enthalten neben anderen Schadstoffen auch ein Gas mit dem Namen Kohlendioxid (chemische Formel: CO2).

Gleichzeitig haben die Menschen riesige Waldflächen abgeholzt. Auch das hat Auswirkungen aufs Klima, denn Wälder speichern Kohlenstoff. Bei ihrer Zerstörung werden ebenfalls große Mengen Kohlendioxid freigesetzt.

Normalerweise ist nur eine winzige Menge Kohlendioxid in der Lufthülle der Erde (Erdatmosphäre) enthalten – über viele Jahrhunderte hinweg lag die Konzentration dieses Gases bei etwa 0,028 Prozent. Durch menschlichen Einfluss hat sich im Laufe der vergangenen 150 Jahre immer mehr Kohlendioxid in der Erdatmosphäre angesammelt. Inzwischen liegt der Wert bei etwa 0,040 Prozent – noch immer sehr wenig, aber dennoch ein Problem, denn Kohlendioxid ist ein sogenanntes Treibhausgas. Der erhöhte Wert führt dazu, dass sich die Durchschnittstemperatur auf der Erde nach und nach erhöht und sich das Klima verändert.

Blick auf die Erde
Blick auf die Erde
© Fotolia/adri76

Kohlendioxid verstärkt den Treibhauseffekt

In einem Gewächshaus (Treibhaus) soll es immer schön warm sein, damit darin auch im Winter Pflanzen wachsen. Die Gärtner wenden dazu einen Trick an: Sie bauen das Dach und die Wände des Treibhauses aus Glas. Wenn die Sonne scheint, können ihre Strahlen durch die Glasscheiben in das Gewächshaus hinein und wärmen dort den Boden auf. Von der Wärme, die der Boden wieder abstrahlt, lassen die Scheiben dann aber nur einen Teil durch – der Rest bleibt im Gewächshaus, darum ist es dort wärmer als draußen.

In ähnlicher Form kennt man diesen sogenannten Treibhauseffekt auch von Autos: Wenn sie in der Sonne stehen, heizen sich die Oberflächen im Innenraum auf. Ein Teil der Sonnenwärme wird dadurch im Auto "gefangen", und es wird dort schon nach kurzer Zeit sehr heiß.

Genau wie die Glasscheiben wirkt auch unsere Erdatmosphäre. Der in ihr enthaltene Wasserdampf hält gemeinsam mit bestimmten Gasen – den sogenannten Treibhausgasen – die Wärme zurück, die die Erde abstrahlt. So kann die Wärme nicht in den Weltraum verschwinden, sondern sorgt für angenehme Temperaturen auf der Erdoberfläche. Das wichtigste Treibhausgas ist Kohlendioxid (CO2).

Ohne den Treibhauseffekt wäre es auf der Erde viel zu kalt für uns und die Pflanzen und Tiere, die wir kennen. Je mehr CO2 in der Luft ist, desto stärker wird allerdings der Treibhauseffekt. Nach und nach wird die Erde dadurch wärmer, als es gut für uns ist.

Überschwemmung durch Starkregen
Überschwemmung durch Starkregen
© j lloa unter CC-Lizenz

Folgen der globalen Erwärmung

Die durch die zusätzlichen Treibhausgase verursachte globale Erwärmung schreitet nur ganz langsam voran. Lange hat man sie gar nicht bemerkt. Inzwischen sind ihre Folgen aber in vielen Erdregionen deutlich spürbar: In den trockenen Gegenden nimmt die Wasserknappheit zu, Wüsten breiten sich aus. In anderen Regionen kommt es häufiger zu extremen Wetterlagen wie Dürren, starken Regenfällen oder Wirbelstürmen.

Durch die steigenden Temperaturen beginnen auch die Eismassen an den Polen und in den Hochgebirgen immer stärker zu schmelzen. Das Schmelzwasser fließt ins Meer. Zusätzlich wird auch das Meerwasser wärmer und dehnt sich dadurch aus. Insgesamt führt dies dazu, dass der Meeresspiegel ansteigt und niedrig gelegene Küstengebiete von Überflutungen bedroht werden. Und weil sie es nicht schaffen, sich an das veränderte Klima schnell genug anzupassen, sterben immer mehr Tier- und Pflanzenarten aus.

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Verursacher und Leidtragende des Klimawandels

Unterwasser-Kabinettssitzung auf den Malediven, um auf die Folgen des steigenden Meeresspiegels aufmerksam zu machen.
© Regierung der Malediven unter CC-Lizenz
Unterwasser-Kabinettssitzung auf den Malediven, um auf die Folgen des steigenden Meeresspiegels aufmerksam zu machen.

Verursacher des Klimawandels sind bisher vor allem die Industrieländer. Erst seit einigen Jahren steigt der Ausstoß von Schadstoffen auch in den Entwicklungsländern stark an, vor allem in aufstrebenden Schwellenländern wie China und Indien.

Die größten Auswirkungen hat der Klimawandel jedoch nicht auf seine Verursacher, sondern auf die ärmsten Länder der Welt. Viele von ihnen liegen in den Erdregionen, die besonders von den Folgen der globalen Erwärmung betroffen sind. Hinzu kommt, dass diese Länder weder das nötige Geld noch das Fachwissen besitzen, um rechtzeitig gegensteuern und die Folgen des Klimawandels abfedern zu können.

Das tut Deutschland

Der Klimawandel ist eines der größten Probleme der Gegenwart. Deutschland setzt sich dafür ein, durch international vereinbarte Maßnahmen die globale Erwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen. Als Grundlage für diese Grenze wurde die durchschnittliche Temperatur angenommen, die die Erde ungefähr 1850 hatte, also vor Beginn des Industriezeitalters. Seither ist die Durchschnittstemperatur schon um 0,8 Grad angestiegen.

Um das Zwei-Grad-Ziel erreichen zu können, muss die Freisetzung von Treibhausgasen so schnell wie möglich vermindert werden. Wissenschaftler befürchten, dass eine Temperaturerhöhung auf mehr als zwei Grad weltweit zu extremen Problemen führen könnte – zum Beispiel könnte es dann für die Bauern schwierig werden, genug Lebensmittel für alle Menschen zu erzeugen. Und riesige dichtbevölkerte Küstenregionen könnten im Meer versinken.

Gemeinsam gegen den Klimawandel

Damit das nicht passiert, müssen sich alle Länder der Welt anstrengen – auch die Entwicklungsländer. Deutschland unterstützt sie dabei vor allem in zwei Bereichen:

Zum einen fördert Deutschland dort den Klimaschutz, zum Beispiel indem mehr erneuerbare Energiequellen wie Sonne, Wind und Wasser eingesetzt werden. So wird der Kohlendioxid-Ausstoß gesenkt und gleichzeitig Energie erzeugt, die die armen Länder dringend für ihre Entwicklung benötigen.

Zum anderen unterstützt Deutschland seine Partnerländer dabei, sich an den Klimawandel anzupassen.

Es werden zum Beispiel Frühwarnsysteme eingerichtet, die vor drohenden Extremwetterlagen warnen. Es werden Wälder aufgeforstet und Dämme gebaut, um Überschwemmungen zu vermeiden. Außerdem werden Versicherungssysteme entwickelt, die verhindern sollen, dass Bauern durch Unwetterschäden in den Ruin getrieben werden.