Korruption

Übergabe von Geldscheinen
Übergabe von Geldscheinen
© Thomas Trutschel/photothek.net

Stell dir vor, du bekommst in der Schule nur dann gute Noten, wenn deine Eltern den Lehrern heimlich einen 50-Euro-Schein in die Hand drücken. Wenn du krank bist, bekommst du nur einen Arzttermin, wenn ein kleines "Geschenk" in der Arztpraxis abgegeben wird. Auch die Polizei hilft dir nur gegen Zahlung eines "Trinkgelds". Und wenn du nach der Schule eine gute Arbeitsstelle suchst oder studieren willst, musst du eine große Geldsumme an die Person bezahlen, die über deine Bewerbung entscheidet – sonst wird nichts daraus.

Wenn jemand – so wie in diesen Beispielen – seinen Beruf oder sein Amt missbraucht, um sich zu bereichern oder wenn jemand Geld dafür bezahlt, dass er etwas bekommt, was ihm nicht zusteht, dann nennt man das Korruption oder auch Bestechung.

Hinweisschild gegen Korruption in einem Ministerium in Moskau
Hinweisschild gegen Korruption in einem Ministerium in Moskau
© Thomas Köhler/photothek.net

Korruption hat schlimme Folgen

Korruption gibt es fast überall auf der Welt. In manchen Ländern wirkt sich das kaum auf das Alltagsleben aus. In vielen Staaten ist Korruption aber sehr weit verbreitet, auch unter Politikern, in Behörden, bei der Polizei und an Gerichten oder in Unternehmen der Wirtschaft. Das hat dort schlimme Folgen:

  • Korruption führt zu ungerechten und in vielen Fällen falschen Entscheidungen.

  • Sie zerstört das Vertrauen der Menschen zu den Behörden oder Personen, an die sie sich mit Anliegen wenden müssen.

  • Korruption kostet viel Geld, das fehlt, um die Armut zu reduzieren.
  • Sie kann dazu führen, dass gegen die Regeln der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit verstoßen wird. Durch Bestechung können zum Beispiel Wahlergebnisse oder Gerichtsurteile beeinflusst werden.

  • Dort, wo es viel Korruption gibt, kann sich niemand darauf verlassen, dass Gesetze wirklich eingehalten werden. Darum investieren ausländische Firmen kein Geld in solche Länder und schaffen dort keine Arbeitsplätze.

Durch all das verhindert Korruption die positive Entwicklung von Ländern. Am meisten leiden darunter die Menschen, die ohnehin schon in Armut leben müssen.

Wie groß ist das Problem?

Sehr groß! Die Nichtregierungsorganisation Transparency International geht davon aus, dass weltweit mehr als sechs Milliarden Menschen in Ländern leben, die ein ernsthaftes Problem mit Korruption haben.

Die Organisation veröffentlicht jedes Jahr einen sogenannten Korruptionswahrnehmungsindex. Das ist eine Rangliste von rund 176 Ländern, die mithilfe von Experten und Meinungsumfragen aufgestellt wird.

Auf dem Index von 2016 stehen Dänemark, Neuseeland und Finnland auf den ersten Plätzen, sie gelten damit als am wenigsten korrupt (Deutschland erreicht auch einen guten Wert und steht auf dem 10. Platz der Liste). Die letzten Plätze nehmen Nordkorea, Südsudan und Somalia ein, dort ist die Lage am schlimmsten.

Mitarbeiterin im Finanzministerium in Accra, Ghana
Mitarbeiterin im Finanzministerium in Accra, Ghana
© Ute Grabowsky/photothek.net

Deutschlands Beitrag zur Bekämpfung der Korruption

Korruption verhindert, dass sich Menschen mit eigener Kraft aus ihrer Armut befreien können. Darum unterstützt Deutschland im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit viele Partnerländer dabei, Korruption zu bekämpfen und offenzulegen, woher die Gelder des Staates kommen und wofür sie ausgegeben werden.

Dazu helfen deutsche Expertinnen und Experten den betroffenen Ländern zum Beispiel dabei, ihr Finanzwesen zu reformieren oder Kontrollbehörden einzurichten, die Korruption verhindern.