Straßenmarkt in Malawi
Straßenmarkt in Malawi
© Skip Russel unter CC-Lizenz

Malawi

Drei Viertel der Bevölkerung leben in Armut

300 Euro: Für diese Geldsumme kann man sich ein Fahrrad kaufen oder ein Smartphone oder ungefähr 100 Brote.

In Malawi, im Südosten von Afrika, haben die Menschen im Durchschnitt 300 Euro als Einkommen zur Verfügung – pro Jahr!

Ein ganzes Jahr mit nur 300 Euro auszukommen, wäre in Deutschland praktisch unmöglich und auch in Malawi ist das sehr schwierig.

Fast drei Viertel der Bevölkerung leben dort in extremer Armut, jeder Fünfte ist unterernährt.

Selbstversorgung durch Landwirtschaft

Auf einer Straße in Malawi transportiert ein Mann Bananen auf seinem Fahrrad.
Auf einer Straße in Malawi transportiert ein Mann Bananen auf seinem Fahrrad.
© Skip Russell unter CC-Lizenz (CC BY-NC-ND 2.0)

Fast alle Einwohnerinnen und Einwohner von Malawi gehören zu Bauernfamilien. Sie essen das, was sie auf ihren Feldern anbauen – vor allem Mais – und versorgen sich selbst (Fachbegriff dafür: Subsistenzwirtschaft). Da ihre Ernten meistens nur knapp für die Ernährung der eigenen Familie ausreichen, können die meisten Bauern nur wenige Produkte verkaufen. Sie haben darum kaum Einnahmen und fast kein Bargeld.

Wenn die Ernten gut sind, kommen die Menschen mit dem aus, was sie haben. Malawi liegt jedoch in einer Region, in der es immer wieder lange Trockenzeiten gibt. Dann verdorren die Pflanzen auf den Feldern und es können kaum Lebensmittel geerntet werden. Viele Menschen in Malawi müssen dann hungern.

Schulbildung

Schulkinder warten auf den Unterrichtsbeginn
© Lars Plougmann unter CC-Lizenz

Früher konnten viele Kinder in Malawi nicht zur Schule gehen, weil ihre Eltern dafür Geld bezahlen mussten. Inzwischen wurden die Schulgebühren für die Grundschulen abgeschafft. Seitdem werden viel mehr Mädchen und Jungen eingeschult.

Die Qualität des Unterrichts ist allerdings noch nicht sehr gut: Es gibt zu wenig Klassenräume, zu wenig Lehrbücher und zu wenig gut ausgebildete Lehrer. Ein einziger Lehrer muss in Malawi mehr als 60 Kinder unterrichten.

Steckbrief Malawi

Lage Südostafrika
Einwohner etwa 17 Millionen
Landessprachen Englisch, Chichewa
Hauptstadt Lilongwe
Lebenserwartung  63 Jahre (Deutschland: 81 Jahre)
Armut 71 Prozent der Bevölkerung leben in extremer Armut, jeder fünfte Einwohner ist unterernährt
Bildung fast 40 Prozent der Jugendlichen und Erwachsenen können nicht lesen und schreiben
In welchen Bereichen hilft Deutschland? Grundbildung, Gesundheit, ländliche Entwicklung

Ausführliche Informationen findet ihr auf der Seite www.bmz.de/malawi

Das tut Deutschland

Deutschland unterstützt Malawi dabei, Lehrerinnen und Lehrer auszubilden und die Lehrpläne für den Unterricht zu verbessern. Es werden auch Kurse für Jugendliche angeboten, die nie eine Grundschule besucht oder diese abgebrochen haben. Sie sollen die Möglichkeit haben, den Unterrichtsstoff nachzuholen und einen Schulabschluss zu erreichen.

Ein weiteres Ziel der Entwicklungszusammenarbeit mit Malawi ist, dass mehr landwirtschaftliche Produkte im Land selbst weiterverarbeitet werden. Dadurch wird die Wirtschaft angekurbelt. Ein Beispiel: Statt nur Baumwolle anzubauen und zu verkaufen, kann man daraus Stoffe weben und Kleidungsstücke nähen. So entstehen Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft, und die Unternehmen können mit dem Verkauf dieser höherwertigen Produkte mehr Geld verdienen.

Karte von Malawi. Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.
Karte von Malawi. Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.
© BMZ

Gut zu wissen:

Kinder

Die Familien in Malawi haben sehr viele Kinder, rund 45 Prozent aller Einwohner sind jünger als 15 Jahre. Wenn weiterhin so viele Kinder geboren werden wie zurzeit, wird sich die Einwohnerzahl Malawis in den nächsten 25 Jahren verdoppeln.

Ernährung

Das Hauptnahrungsmittel der Malawierinnen und Malawier ist Nsima, ein fester Brei aus Maismehl. Nsima wird täglich gegessen. Wenn vorhanden, isst man dazu zum Beispiel Senf- oder Kürbisblätter, rote Bohnen, Pilze und kleine Flussfische. Der Maisbrei wird mit den Fingern gegessen und dazu in der Handfläche zu kleinen Kugeln geformt.

Währung

In Malawi heißt das Geld "Kwacha". Ein Kwacha ist in 100 Tambala unterteilt. Kwacha bedeutet in der Landessprache Chichewa "Morgendämmerung" oder auch "Aufbruch" und wird als Symbol für die Unabhängigkeit des Landes verstanden. Tambala bedeutet "Hahn".

Geografie

Zwischen Malawi, Tansania und Mosambik liegt der Malawisee. Er ist 560 Kilometer lang und bis zu 80 Kilometer breit. Damit ist er der neuntgrößte See der Erde und der drittgrößte Afrikas. Der See ist für seinen Artenreichtum bekannt: Insgesamt leben in ihm fast 450 Fischarten und es werden noch immer neue Arten entdeckt. Und an den Ufern des Sees kann man Flusspferde und Krokodile beobachten.

Wandbild in einem Klassenzimmer
Wandbild in einem Klassenzimmer
© Lars Plougmann unter CC-Lizenz