Torbogen in Rabat, Marokko
Torbogen in Rabat, Marokko
© Dustin Curtis unter CC-Lizenz

Marokko

Eine der ältesten Monarchien der Welt

Bei gutem Wetter kann man hinüberschauen: An der Straße von Gibraltar liegen nur 14 Kilometer zwischen Marokko und Spanien. Das nordafrikanische Land ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Afrika und Europa. Und der Blick über die Meerenge zeigt, wie nah sich die beiden Nachbarkontinente sind.

Das Königreich Marokko wurde schon vor etwa 1.200 Jahren gegründet und ist eine der ältesten Monarchien der Welt.

Seit 1999 ist Mohammed VI. König und religiöser Führer des Landes, Staatsreligion ist der Islam. Seit seinem Amtsantritt setzt sich der König für politische Reformen ein.

Unter anderem wurde eine neue Verfassung verabschiedet, die dem Parlament mehr Rechte einräumt. Außerdem wurde die rechtliche Stellung der Frauen verbessert.

Große kulturelle Vielfalt

Imbissstand in Marrakesch

© Thomas Köhler/photothek.net

In Marokko leben Berber, Araber, Nachfahren schwarzer Sklaven und Europäer seit Jahrhunderten friedlich zusammen. Vor 1956 stand der größte Teil des Landes für einige Jahrzehnte unter französischer Schutzherrschaft ("Protektorat"). Diese Phase hat bis heute Auswirkungen auf die Kultur und den Staatsaufbau. Zum Beispiel ist die französische Sprache noch sehr weit verbreitet.

Einige Landesteile waren früher unter spanischer Kontrolle. Das hat zu einer Besonderheit geführt: Die Städte Ceuta und Melilla liegen zwar auf marokkanischem Staatsgebiet, gehören aber schon seit Jahrhunderten zu Spanien.

Karte von Marokko. Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.
Karte von Marokko. Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.
© BMZ

Steckbrief Marokko

Lage Nordafrika
Einwohner rund 34 Millionen
Landessprachen Offiziell Arabisch und die Berbersprache Tamazight; lokal gibt es weitere Berbersprachen; Französisch ist als Geschäfts- und Bildungssprache verbreitet.
Hauptstadt Rabat
Armut Nach Schätzungen lebt rund ein Viertel der Bevölkerung in Armut oder an der Schwelle zur Armut. Besonders problematisch ist die Lage in den ländlichen Regionen.
Lebenserwartung 74 Jahre (Deutschland: 81 Jahre)
Bildung Mehr als 30 Prozent der über 15-Jährigen können nicht lesen und schreiben. Besonders Frauen und Mädchen in ländlichen Gebieten haben schlechte Bildungschancen.
In welchen Bereichen hilft Deutschland? Erneuerbare Energien, Nutzung der Wasservorräte, Wirtschaftsentwicklung, Umweltschutz und Anpassung an den Klimawandel.

Ausführliche Informationen findet ihr auf der Seite www.bmz.de/marokko

Herausforderungen

Eine Frau backt traditionelles Brot in der Oase Tidhrest
Eine Frau backt traditionelles Brot in der Oase Tidhrest
© Ute Grabowsky/photothek.net

Marokko wandelt sich: Früher lebten die Menschen hauptsächlich von der Landwirtschaft, inzwischen wird in Marokko viel mehr Geld im Bereich der Industrie und mit Dienstleistungen verdient. Das hat zu einem wirtschaftlichen Aufschwung geführt, aber auch soziale Probleme hervorgerufen. Sie entstehen unter anderem durch die zunehmende Verstädterung und Industrialisierung. Es fehlt an Arbeitsplätzen, besonders für die jungen Menschen, und die Kluft zwischen Arm und Reich ist groß.

Ein weiteres Problem Marokkos ist das geringe Bildungsniveau: Mehr als 30 Prozent der über 15-Jährigen können nicht lesen und schreiben.

Chancen

Die Aussichten für Marokkos wirtschaftliche Entwicklung sind gut. Zum Beispiel hat das Land ideale Standorte für die umweltschonende Gewinnung von Elektrizität aus Sonnen- und Windenergie. Marokko strebt darum eine "Energiewende" an und will sich zukünftig ganz auf die Nutzung erneuerbarer Energien konzentrieren.

Wenn das gelingt, kann Marokko seinen Energiebedarf selbst decken und sogar Strom nach Europa verkaufen. Gleichzeitig wäre eine solche Umstellung ein wichtiger Schritt für den weltweiten Klimaschutz.

Die Schönheit des Landes und das warme Klima machen Marokko zu einem beliebten Reiseziel. Der Tourismus kann helfen, die Arbeitslosigkeit zu senken.

Die Regierung des Landes versucht außerdem, die Industrie und die Landwirtschaft zu fördern und den Handel mit den Nachbarländern und der Europäischen Union auszuweiten.

Solarkollektoren des Solarkraftwerkes in Ouarzazate, Marokko
Solarkollektoren des Solarkraftwerkes in Ouarzazate, Marokko
© Ute Grabowsky/photothek.net

Das tut Deutschland

Marokko ist ein wichtiger Partner der Entwicklungszusammenarbeit Deutschlands mit der Region Nordafrika. Zusammengearbeitet wird besonders in den Bereichen Wasser, Energie und Wirtschaftsentwicklung.

In der marokkanischen Provinz Ouarzazate entsteht mit deutscher Unterstützung ein Komplex mit mehreren Solarkraftwerken.

Ende 2015 ist die erste Anlage in Betrieb gegangen und erzeugt aus Sonnenlicht Energie für etwa 530.000 Menschen. Die offizielle Eröffnung erfolgte durch den marokkanischen König. Nach und nach soll in Ouarzazate der weltgrößte "Solarpark" entstehen.

Gut zu wissen

Sprachen

Marokko ist ein vielsprachiges Land. Die meisten Kinder wachsen mit mindestens drei Sprachen auf: Arabisch, Französisch und Darija – einem marokkanischen Dialekt des Arabischen.

Ungefähr 40 Prozent der Marokkanerinnen und Marokkaner sprechen zusätzlich eine der Berbersprachen als Muttersprache. Dazu kommt in einigen Regionen noch Spanisch.

Landeskunde

Der weltweit verwendete Name "Marokko" entstand aus dem Namen der Stadt Marrakesch, die früher die Landeshauptstadt war. Der offizielle Name des Landes lautet "al-Mamlaka al-Maghribīya". Das bedeutet "Das Land des Sonnenuntergangs".

Oft wird Marokko auch als "Maghrebinisches Königreich" bezeichnet.

Geografie

Durch fast ganz Marokko erstreckt sich in einem leichten Bogen das Atlasgebirge. Die Gipfel dieses Hochgebirges sind bis zum Frühsommer schneebedeckt; es gibt dort sogar Skigebiete. Der Atlas bildet die Grenze zwischen dem feuchten Klima im Norden Marokkos und der extrem trockenen Sahara. Der höchste Berg ist der Toubkal im Süden Marokkos (4.167 Meter).

Die größte Stadt Marokkos ist Casablanca, sie hat mehr als drei Millionen Einwohner und liegt direkt am Atlantischen Ozean.

Rohstoffe

Etwa drei Viertel der weltweit vorhandenen Phosphatreserven befinden sich in Marokko. Der Rohstoff hat eine sehr große Bedeutung, denn er ist ein wichtiger Pflanzennährstoff und daher in fast allen Düngemitteln enthalten. Ohne Phosphat wäre es nicht möglich, genug Nahrungsmittel für die Menschheit anzubauen.