"Buddhas Augen" finden sich an vielen buddhistischen Tempeln in Nepal.
"Buddhas Augen" finden sich an vielen buddhistischen Tempeln in Nepal.
© myeviajes unter CC-Lizenz

Nepal

Die Landschaft

Berge und See in Nepal
© Nereida 79 unter CC-Lizenz

Nepal liegt im Himalaya und hat nur zwei Nachbarländer: Indien im Süden und das Autonome Gebiet Tibet, das zu China gehört, im Norden. Das flächenmäßig relativ kleine Land – es ist nur ungefähr doppelt so groß wie Bayern – ist berühmt für seine "Achttausender": Acht der 14 höchsten Gipfel der Erde, die alle mehr als 8.000 Meter hoch sind, liegen in Nepal. Dazu gehört auch der höchste Berg der Welt, der Mount Everest.

Wanderer und Kletterer aus der ganzen Welt kommen daher nach Nepal und sind fasziniert von der Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Landschaften sowie von der Gastfreundschaft und dem kulturellen Reichtum des Landes.

Die Menschen

Sherpafrauen in traditionellen Kleidern bei einer Zeremonie
Sherpafrauen in traditionellen Kleidern bei einer Zeremonie
© Nabin Baral/IRIN

Die Bevölkerung Nepals setzt sich aus rund 100 verschiedenen Gruppen zusammen, deren Kultur sich teilweise stark unterscheidet. Diese ethnische Vielfalt entstand, weil in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder Menschen nach Nepal eingewandert sind.

Da die hohen Berge lange Zeit den Kontakt der Menschen untereinander verhinderten, haben viele Volksgruppen isoliert voneinander gelebt und eigene Traditionen und Lebensweisen entwickelt. Heute werden in Nepal mehr als 100 Sprachen gesprochen, die am meisten verbreitete Muttersprache ist das Nepali (Nepalesisch).

Kunst

Nepal ist berühmt für seine einzigartige Kultur. Die Besucher des Landes sind von den prächtigen Holzschnitzereien und der Architektur der Häuser, Tempel und Paläste begeistert.

Es gibt eine vielfältige Musikszene und in den Kinos sind einheimische und in Indien produzierte Spielfilme beliebt.

Berühmt ist Nepal auch für seine traditionellen Feste.

Beim Wagenfest Bisket Jatra in der Stadt Bhaktapur wird unter anderem ein riesiger historischer Holzwagen mit dem Bildnis einer Gottheit aufgebaut und durch die Stadt gezogen. In einer nepalesischen Variante des bei uns bekannten Tauziehens treten Bewohner unterschiedlicher Stadtteile gegeneinander an und versuchen, den Wagen mithilfe langer Seile möglichst weit in ihren Stadtbezirk zu ziehen.

Mädchen auf einer Elefantenskulptur

© mssrusso0 unter CC-Lizenz

Bürgerkrieg und Neuanfang

240 Jahre lang war Nepal ein hinduistisches Königreich. Ab 1999 führte die Kommunistische Partei Nepals einen Bürgerkrieg gegen die nepalesische Regierung. Wichtige Ziele der Rebellen waren die Abschaffung des Kastensystems und der Monarchie sowie Reformen des Staates.

Ein Friedensabkommen beendete 2006 den Krieg, in dem mehr als 13.000 Menschen ihr Leben verloren.

Seitdem durchläuft Nepal einen grundlegenden Wandlungsprozess. Im Jahr 2008 wurde die Monarchie abgeschafft und die Demokratische Bundesrepublik Nepal ausgerufen. 2015 wurde eine neue Verfassung verabschiedet. Zehn Jahre nach Kriegsende stehen die Regierung und die Gesellschaft nun vor der Herausforderung, den Frieden zu festigen, die neue Verfassung anzuwenden und das Land politisch zu stabilisieren. Dabei kommt es noch oft zu Unruhen, gewaltsamen Protesten und Attentaten.

Erdbeben

Vom Erdbeben zerstörte Gebäude in Rasuwa, Nepal
© Mallika Aryal/IRIN
Vom Erdbeben zerstörte Gebäude in Rasuwa, Nepal

Durch ein schweres Erdbeben und mehrere heftige Nachbeben im Frühjahr 2015 starben in Nepal ungefähr 8.800 Menschen. Die Zahl der Verletzten wurde auf über 22.000 geschätzt. Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes wurde dadurch um Jahre zurückgeworfen. Mehr als 600.000 Häuser und wertvolle Kulturdenkmäler wurden zerstört.

Die internationale Gemeinschaft hat Nepal insgesamt 4,4 Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau zugesagt. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellte 30 Millionen Euro zur Verfügung.

Das tut Deutschland

Krankenhaus in Kathmandu
© Kyle Knight/IRIN
Krankenhaus in Kathmandu

Nach Ende des Bürgerkriegs hat Deutschland die Zusammenarbeit mit Nepal deutlich verstärkt. Dadurch wird das Land beim Wiederaufbau, der politischen Stabilisierung und bei der Verminderung der Armut unterstützt. Deutsche Expertinnen und Experten beraten ihre nepalesischen Kollegen besonders in den Bereichen Gesundheit, erneuerbare Energien sowie Wirtschafts- und Handelsentwicklung.

Karte von Nepal. Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.
Karte von Nepal. Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.
© BMZ

Steckbrief Nepal

Lage Südasien, an der Südflanke des mittleren Himalaya, Binnenstaat ohne direkte Verbindung zum offenen Meer
Einwohner rund 28,5 Millionen
Landessprachen Nepali (Nepalesisch) ist offizielle Nationalsprache. Daneben gibt es mehr als 100 weitere Sprachen und Dialekte. Viele Nepalesinnen und Nepalesen sprechen auch Englisch.
Hauptstadt Kathmandu (rund eine Million Einwohner)
Armut Mit einem durchschnittlichen Bruttonnationaleinkommen von nur 730 US-Dollar pro Einwohner und Jahr gehört Nepal zu den sehr armen Ländern
Lebenserwartung 70 Jahre (Deutschland: 81 Jahre)
Bildung Die Schulbildung von Kindern hat sich in Nepal in den vergangenen Jahren sehr gebessert. Rund 97 Prozent der Kinder im schulpflichtigen Alter besuchen eine Grundschule und fast alle schließen sie ab. Ungefähr ein Drittel der Erwachsenen kann nicht lesen und schreiben.
In welchen Bereichen hilft Deutschland? Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, Gesundheit, nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Handel sowie beim Wiederaufbau nach dem Erdbeben von 2015 

Ausführliche Informationen findet ihr auf der Seite www.bmz.de/nepal

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Video: Fair gehandelte Teppiche aus Nepal
© BMZ

Mit Hannes Jaenicke in Nepal

Gut zu wissen

Landleben

Nepal gehört zu den Ländern, in denen noch sehr viele Menschen auf dem Land wohnen – mehr als 80 Prozent. Zum Vergleich: in Deutschland sind es nur knapp 25 Prozent.

Botanik

Die Nationalpflanze Nepals, deren Blüten auch im Landeswappen abgebildet sind, ist der Rhododendron. In Nepal gibt es eine große Artenvielfalt dieser Pflanze, die bei uns nur in Parks und Gärten wächst. Rhododendren werden dort bis zu 30 Meter hoch und bilden riesige Wälder.

Kultur

Den Kopf hin und her zu wiegen, bedeutet in Nepal und auch einigen anderen asiatischen Staaten "ja" und darf nicht mit unserem Kopfschütteln verwechselt werden.

Höhenluft

Physik im Alltag: Der Luftdruck auf dem Mount Everest ist so gering, dass Wasser dort nicht erst bei 100, sondern schon bei 70 Grad siedet und dann nicht mehr heißer wird. Das bedeutet, dass man dort oben keine Eier kochen kann – sie werden wegen der zu geringen Hitze nicht fest.

Gefärbte Textilien beim Trocknen in Bhaktapur, Nepal
Gefärbte Textilien beim Trocknen in Bhaktapur, Nepal
© Till Niermann unter CC BY-SA 3.0