Silhouette eines Flugzeugs am Himmel
Silhouette eines Flugzeugs am Himmel
© Florian Gärtner/photothek.net

Ökologischer Fußabdruck

Leben wir auf zu großem Fuß?

Essen, trinken, telefonieren, Kleidung kaufen, im Internet surfen, verreisen, das Zimmer heizen, duschen … Die Liste könnte noch viel länger sein: In unserem Alltagsleben brauchen und verbrauchen wir viel Energie und viele Güter wie Lebensmittel, Textilien oder Elektrogeräte.

Das alles muss irgendwo auf der Welt wachsen oder aus Rohstoffen gewonnen und hergestellt werden. Aber reichen die Vorräte, die die Erde uns bietet, auf Dauer dafür aus, diese Bedürfnisse zu befriedigen? Für alle Menschen auf der Welt? Oder leben wir auf zu großem Fuß?

Komplizierter Rechenprozess

Verbrauchen wir mehr, als die Natur uns auf Dauer geben kann? Um diese Fragen zu beantworten, wurde ein Denkmodell entwickelt, das den Namen "ökologischer Fußabdruck" trägt. Dahinter steht ein komplizierter Rechenprozess.

Auf der einen Seite wird ermittelt, wie groß die Fläche ist, die auf der Erde für die menschliche Nutzung zur Verfügung steht. Zurzeit sind das pro Erdbewohner ungefähr 1,8 "globale Hektar". Eingerechnet werden unter anderem Acker- und Weideland, Wälder, Fischgründe sowie Flächen für Städte und Dörfer und für die Energiegewinnung.

Auf der anderen Seite wird berechnet, was wir von dem, was uns die Natur bietet, nutzen: Wir produzieren Lebensmittel, Handys und Autos, wir bauen Straßen und Gebäude, wir reisen durch die ganze Welt, wir erzeugen Energie, Abfall und Abgase.

Wenn man die Ergebnisse dieser beiden Berechnungen gegenüberstellt, erhält man den ökologischen Fußabdruck. Er zeigt, wie groß die Fläche ist, die jeder einzelne Mensch für seine persönliche Lebensführung braucht. Diese Fläche kann man dann mit der tatsächlich vorhandenen Fläche pro Mensch vergleichen. Da der Lebensstil der Menschen unterschiedlich ist, ist auch ihr ökologischer Fußabdruck unterschiedlich groß.

Blick auf die Erde
Blick auf die Erde
© Fotolia/adri76

Was kommt dabei heraus?

Wenn man den ökologischen Fußabdruck für die gesamte Menschheit berechnet, ist das Ergebnis eindeutig: Er ist viel zu groß. Wir bräuchten für unsere heutige Lebensweise viel mehr Fläche, als auf der Erde zur Verfügung steht. Laut einer Studie der Naturschutzorganisation WWF müssten wir schon heute nicht nur eine, sondern 1,5 Erden haben. Und wenn alle Menschen der Welt so leben würden wie wir hier in Deutschland, würden wir sogar 2,6 Erden benötigen.

Lebt die Menschheit weiter wie bisher und steigt die Zahl der Erdbewohner weiterhin stark an, würden wir bis zum Jahr 2030 zwei Planeten brauchen, um unseren Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken.

Bis zum Jahr 2050 wären es schon knapp drei. Da es aber nur eine Erde gibt, bedeutet das: Wir verbrauchen mehr, als wir haben.

Zurzeit fällt das noch kaum auf, denn die Erde hat noch Vorräte, von denen wir leben. Aber alles, was wir jetzt verschwenden, wird späteren Generationen fehlen. Konkret bedeutet das zum Beispiel, dass künftig noch viel mehr Menschen in Armut leben und Hunger leiden werden, weil wir mit unserem Lebensstil ihre Lebensgrundlagen zerstört haben.

Berechne deinen Fußabdruck!

Kühe auf einer Weide
Kühe auf einer Weide
© Michael Gottschalk/photothek.net

Und wie sieht dein persönlicher ökologischer Fußabdruck aus? Man kann ihn nicht nur für die gesamte Weltbevölkerung ermitteln, sondern auch für jeden einzelnen Menschen.

Es gibt verschiedene Websites, auf denen du ihn berechnen lassen kannst, zum Beispiel unter www.fussabdruck.de (Brot für die Welt) oder www.footprint-deutschland.de (Jugendverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland).

Dort bekommst du außerdem viele Tipps, wie du den Fußabdruck, den du auf der Erde hinterlässt, verkleinern kannst – zum Beispiel, indem du deine Essgewohnheiten und dein Einkaufsverhalten änderst und umweltfreundliche Verkehrsmittel benutzt.