Kläranlage in Madaba, Jordanien
Kläranlage in Madaba, Jordanien
© Thomas Trutschel/photothek

Sanitärversorgung

Kanalisation und Kläranlagen

Kaum zu glauben: Noch vor etwa 150 Jahren schüttete man in Deutschland das meiste Abwasser – auch das aus Toiletten – einfach auf die Straße. Es versickerte im Erdboden oder floss ungefiltert in Flüsse und Seen. Zum Trinken, Kochen und Waschen wurde damals Wasser aus Brunnen oder ungefiltertes See- und Flusswasser genutzt.

Häufig befanden sich darin Bakterien aus dem Abwasser und machten viele Menschen krank. Seit es in Europa fast überall eine Kanalisation und Kläranlagen gibt, ist unser Trinkwasser sehr sauber. Heute wird normalerweise niemand mehr davon krank.

Wenn Abwassersysteme fehlen

Frauen überqueren einen Abwassergraben in einem Slum in Mosambik.
Frauen überqueren einen Abwassergraben in einem Slum in Mosambik.
© Thomas Trutschel/photothek.net

In vielen Entwicklungsländern gibt es bisher noch keine guten Abwassersysteme. Ungefähr 4,5 Milliarden Menschen leben ohne eine ordentliche Sanitärversorgung.

Das heißt zum Beispiel: Sie haben zwar ein Klo, es ist aber nicht an einen Abwasserkanal angeschlossen. Stattdessen landen die menschlichen Ausscheidungen zum Beispiel in einer Grube. Dort können Insekten damit in Berührung kommen und Keime in den Häusern der Menschen verteilen.

Mehr als eine Milliarde dieser Menschen müssen sogar ganz ohne Toilette auskommen. Sie gehen ins Freie, wenn sie "müssen", oder benutzen Plastiktüten, die dann weggeworfen werden. Auch dadurch besteht die Gefahr, dass sich Krankheitserreger verbreiten.

Das Fehlen von hygienischen Abwassersystemen ist einer der Gründe dafür, dass jeden Tag weltweit mehr als 5.000 Menschen an Durchfall sterben, die meisten von ihnen sind Kinder.

Mitarbeiter in einem Klärwerk in Georgien, das mit deutschen Mitteln unterstützt wird.
Mitarbeiter in einem Klärwerk in Georgien, das mit deutschen Mitteln unterstützt wird.
© Thomas Trutschel/photothek.net

Das tut Deutschland

Deutschland unterstützt Entwicklungsländer dabei, ihre Sanitärversorgung zu verbessern, und hilft dadurch mit, dass weniger Menschen krank werden. Dafür werden zum Beispiel Kläranlagen gebaut oder modernisiert, Abwasserleitungen repariert und Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe vor Ort geschult.

Außerdem wird die Bevölkerung darüber informiert, wie wichtig Hygiene für die Gesundheit ist.