Jeans-Hosen auf einem Stapel
Jeans-Hosen auf einem Stapel
© Michael Gottschalk/photothek

Bündnis für nachhaltige Textilien

Schwierige Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern

Ob Jeans, T-Shirt oder Kapuzenjacke: Der Großteil der Kleidung, die wir tragen, wird im Ausland hergestellt, oft in Entwicklungs- oder Schwellenländern. Dort werden die internationalen Vereinbarungen zu Umwelt- und Arbeitsschutz oft nicht eingehalten. Viele Arbeiterinnen und Arbeiter verdienen so wenig Geld, dass sie davon kaum leben können. Sie müssen teilweise bis zu 16 Stunden am Tag arbeiten.

In vielen Fabriken wird außerdem mit giftigen Chemikalien gearbeitet, vor denen die Mitarbeiter sich nicht schützen können, weil sie keine Atemmasken oder Handschuhe haben. Und manche Fabriken sind so schlecht gebaut, dass es immer wieder zu schlimmen Unfällen kommt. Beim Einsturz von Fabrikgebäuden oder bei Bränden sind in den vergangenen Jahren hunderte Menschen gestorben.

Das tut Deutschland

Logo: Bündnis für nachhaltige Textilien

Um zu helfen, die schlimmen Verhältnisse in den Produktionsländern zu beseitigen, setzt sich das BMZ dafür ein, die weltweiten Arbeitsbedingungen in der Textilwirtschaft zu verbessern.

Im Oktober 2014 wurde dafür das Bündnis für nachhaltige Textilien gegründet. Ihm gehören inzwischen mehr als 150 Textil- und Handelsunternehmen, Gewerkschaften, Verbände und Nichtregierungsorganisationen an. Die beteiligten Unternehmen decken rund die Hälfte des gesamten Textilmarktes in Deutschland ab.

Endkontrolle der Kleidungsstücke in einer Textilfabrik in Bangladesch
Endkontrolle der Kleidungsstücke in einer Textilfabrik in Bangladesch
© Thomas Köhler/photothek

Standards für den Weg vom Feld bis in den Kleiderschrank

Kernstück des Bündnisses für nachhaltige Textilien ist ein Aktionsplan.

Dieser legt Standards für die gesamte Produktions- und Lieferkette vom Baumwollanbau bis zum Verkauf der Kleidung fest. Jedes Mitglied verpflichtet sich, diese Standards möglichst schnell zu erfüllen.

Einige Beispiele:

  • Löhne, die zum Leben reichen, bezahlte Überstunden und Urlaubstage

  • Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit

  • Verbot von Benachteiligung und Misshandlung am Arbeitsplatz

  • Schutz der Gesundheit und der Sicherheit

  • Schutz der Umwelt, verantwortungsvoller Einsatz von Chemikalien

  • Vereinigungsfreiheit; das bedeutet, die Arbeitnehmer haben das Recht, sich zusammenzuschließen, um gemeinsam über Lohn- und Arbeitsbedingungen zu verhandeln.
Mehr dazu auf www.textilbuendnis.com

Wie erkennt man faire Mode?

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Manniac erklärt: Wie erkenne ich fair gehandelte Mode?
© BMZ

Damit die Kundinnen und Kunden in Deutschland sich leichter informieren können, unter welchen Bedingungen ihre Kleidung hergestellt wurde, hat das BMZ die Website www.siegelklarheit.de gestartet. Sie gibt Auskunft über die verschiedenen Standards und Gütesiegel, die es in der Textilindustrie gibt.

Und wenn du wissen willst, was du selbst in deinem Alltag machen kannst, damit sich die schlechten Verhältnisse in machen Textilfabriken ändern, dann schau Dir unsere Tipps für verantwortungsvollen Kleidungskauf an.